Wandern im Sommer • Schweizer Wanderwege

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Neue Natur im Seebachtal Nr. 2237
Nussbaumen TG, Schulhaus — Kartause Ittingen • TG

Neue Natur im Seebachtal

Nicht weit vom westlichsten Ende des Bodensees entfernt, liegt das thurgauische Seebachtal. Nach der letzten Eiszeit bildete sich hier hinter einer Endmoräne ein mehrere Kilometer langer See. Durch eine künstliche Absenkung des Seespiegels entstanden die heutigen drei Seen: der Nussbommer-, der Hüttwiiler- und der Hasesee. Die Wanderung durch das Seebachtal verbindet Kulturlandschaft, Naturschutz und Geschichte und sorgt so für eine abwechslungsreiche Tour. An den südwärts ausgerichteten Hängen bei Nussbaumen TG breiten sich Rebberge aus, die hier die Sonne optimal einfangen. Für Naturfreunde und Vogelbeobachterinnen ist die Strecke entlang des Nussbommer- und des Hüttwiilersees besonders lohnend. Seit 1995 wurden hier etwa 70 Hektaren Land renaturiert – zu Feuchtgebieten, Tümpeln, Brachen, Trockenwiesen und Hecken. Mehr als 170 verschiedene Vogelarten wurden hier schon gesichtet, und mehr als 50 Arten ziehen in diesem Ökosystem auch ihre Jungen auf. Zu den wertvollsten Sichtungen gehören der Neuntöter und die Rohrammer. Von einem Beobachtungsturm am Ostende des Hüttwiilersees kann man zwischen Anfang Mai und Anfang August Flussseeschwalben beobachten. Sie brüten auf künstlichen, mit Kies und Sand bedeckten Flossen. Die schnittigen Vögel, die im Frühling viele Tausend Kilometer von Afrika bis hierher fliegen, waren in den 1950er-Jahren in der Schweiz beinahe ausgestorben. Am Ende der Wanderung wartet ein geschichtlicher Höhepunkt – die Kartause Ittingen. Die Herren von Ittingen, die hier vom 8. bis zum 12. Jahrhundert ihre Burg hatten, richteten 1150 ein Chorherrenstift ein. 1461 haben dann die Kartäuser die Anlage übernommen. Heute ist die Kartause ein Kultur- und Seminarzentrum; im Restaurant oder im Garten lässt es sich wunderbar auf das nächste Postauto warten.
Zum tauchenden Singvogel an die Sihl Nr. 2236
Sihlbrugg, Dorf — Langnau-Gattikon • ZH

Zum tauchenden Singvogel an die Sihl

Sie kann tauchen, bevor sie fliegen lernt, holt sich ihre Nahrung – Insektenlarven, kleine Krebse und auch mal einen Fisch – aus dem Fluss, brütet an dunklen Orten über dem fliessenden Wasser und huscht bei Flucht unter die Wasseroberfläche. Die Wasseramsel ist ganz und gar mit dem Wasser verbunden und ist der einzige Singvogel in der Schweiz, der fliegen und tauchen kann. Die Wanderung der Sihl entlang, von Sihlbrugg zum Bahnhof Langnau-Gattikon, ist bestens geeignet, um die Wasseramsel zu beobachten. Der schön angelegte Weg verläuft oft nahe oder direkt am Ufer. Wenig idyllisch ist einzig der Ausgangspunkt der Tour in Sihlbrugg Dorf. Strassen, Industriebauten und Autolärm dominieren. Zwanzig Wanderminuten muss man durchhalten, dann übernehmen der Wald, die vielen blumenübersäten Magerwiesen und die Sihl mit ihrer wildromantischen Flusslandschaft. Gewiss – die Strasse durchs Sihltal und die Hochspannungsleitung sind da. Stören tun beide aber nicht: zu laut rauscht der Fluss, zu viel gibt es zu entdecken. Die vielen Seitenbäche etwa, die munter plätschernd der Sihl entgegeneilen. Oder der Bärlauch, der im lichten Wald üppig wächst und mit weissen Blüten die Hänge überzieht. Nach drei Viertel der Tour trifft man auf einen kleinen Campingplatz, der gerne auch Wanderer zu einem Zvieri empfängt. Viel über die Natur um die Sihl zu erfahren gibt es im wenig später auftauchenden Besucherzentrum des Wildnisparks Zürich, einem Naturerlebnispark von nationaler Bedeutung. Die riesigen Laubwälder im Sihlwald werden seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet, was eine einmalige Waldlandschaft geschaffen hat. Natürlich fehlen auch Infotafeln zur Wasseramsel und Beobachtungspunkte nicht. Wer den flinken Vogel bis hier noch nicht erspäht hat: jetzt ist dazu die letzte Gelegenheit. Bis zum Bahnhof Langnau-Gattikon grüsst der Fluss aus der Ferne, dafür erfreuen im Frühjahr blühende Weissdornsträucher das Wanderherz.
Den Frühling besuchen am Monte Generoso Nr. 2235
Bellavista — Bruzella • TI

Den Frühling besuchen am Monte Generoso

Bevor die Bäume am Monte Generoso ausschlagen, gibt es in den Wäldern bereits ein Farbenspiel aus Braun- und Grautönen: Baumstamm steht neben Baumstamm, zu Hunderten ziehen sie sich in die Weite. Die Baumkronen darüber winden sich in den Himmel wie Flammen, zuoberst bildet sich ein Labyrinth aus kleinen Ästchen. Und trotzdem treffen Sonnenstrahlen direkt aufs tote Laub am Boden und lassen dessen warmes Braun stimmungsvoll leuchten. Die Wanderung beginnt an der Mittelstation der Zahnradbahn, die auf den Monte Generoso fährt. Nach einem Startkaffee im Buffet Bellavista führt ein Waldweg hinunter zu einer Lichtung: Wer bereits am Vorabend anreisen mag, kann hier im Tiny House Momò Bellavista mit Fenster zum Sternenhimmel übernachten. Von hier geht es nach links weiter bis auf die Alp Cascina d’Armirone. Hier gab es früher einen Alpbetrieb mit Restaurant, geblieben ist nur die Oratorio di Santa Maria Vergine Assunta mit einem farbigen Rautendekor an der Fassade. Über einen Waldweg und ein Strässchen geht es nun über die Alpe di Castello nach Muggiasca, wo ein Waldpfad hinab ins Valle dei Pascoli sticht. Durch den Wald und an einigen Häuserruinen vorbeigehend, trifft man bald auf ein Nevère, ein rundes, zu zwei Dritteln in den Boden versenktes Steinhaus. Dieses füllten die Bauern im Frühling mit Schnee, um den ganzen Sommer hindurch Milch und Käse kühl lagern zu können. Bei der Alpe di Germania geht es steil hinunter nach Turro. Der Frühling hat hier schon stärker Einzug gehalten, es wird immer grüner. Bald sieht man auf der gegenüberliegenden Talseite Cabbio und erreicht alsdann das hübsche Dörflein Casima. Nun steigt man ganz ins Tal ab und überquert das Flüsschen Breggia, bevor es wieder hinaufgeht nach Bruzella. Wer noch mag, macht vor Bruzella einen kleinen Abstecher über einen alten Saumpfad zur Mulino di Bruzella. Die alte Mühle ist immer noch in Betrieb und hat von April bis Oktober geöffnet.
Auf historischen Spuren durchs Misox Nr. 2234
Roveredo GR, Centro — Grono, Paese • GR

Auf historischen Spuren durchs Misox

Von der Postautohaltestelle Roveredo, Centro biegt man in Fahrtrichtung nach der Unterführung rechts ab, und schon steht man mitten auf einer grünen Schneise, wo einst die Autobahn durch das Dorf führte. Rechts des Hotels Stazione führt das Strässchen Scalinàda di Scòl den Hang hinauf, vorbei an der Schule und aussichtsreich zum Ortsteil San Fedee, wo sich das Hotel Santana einen sehr schönen Platz ausgesucht hat. Gleich gegenüber befindet sich eine verträumte Kastanienselve mit Ruhebänken und Flanierweg sowie das Grotto Zendralli. Wenig oberhalb führt links die Gardelina in nur wenigen Schritten zur Wallfahrtskirche Sant’Anna – mit ihren zwei Steinbogenbrücken und dem früheren Pilgerhaus ein fotogenes Motiv am Eingang des schluchtartigen Val Traversagna. Ist man an der Kirche vorbei, hält man sich bei der nächsten Weggabelung rechts und folgt den Wegschildern Richtung Torre Boggiano. Zuerst geht es durch eine Kastanienselve, dann im Wald immer steiler bergwärts. Anwohner der oberen Rustici haben den Weg asphaltiert, und es können einem öfters auch Velofahrerinnen begegnen. Beim Hinweisschild «Torre di Bogian» biegt man links in den Pfad, der zur grossen Lichtung mit der Turmruine führt. Es bietet sich ein fantastisches Panorama über das ganze Misox und zur Tessiner Riviera. Nur ein kurzes Stück wandert man zur letzten Weggabelung zurück und folgt dem Höhenweg noch etwas talein, um dann wieder auf der Hauptroute abzusteigen. Beim Parkplatz oberhalb der Wallfahrtskirche nimmt man den Wanderweg rechts, passiert bald das wildromantisch gelegene Grotto Gardelina und erreicht bei Provée die Moesa. Nun immer am Fluss entlang nordostwärts. Bald geht es unter der Autobahn hindurch. Doch das berührt die schöne Flusslandschaft kaum. Kurz klettert der Pfad den Hang hinauf zu ein paar versteckten Hütten, dann führt er wieder hinunter zum Fluss. Am Stromverteiler vorbei folgt man schliesslich einem Fahrsträsschen durch weite Wiesen zur Brücke über die Moesa und ins Dorf Grono.
Spielend wandern ins Herz von St. Gallen Nr. 2233
Notkersegg — St. Gallen, Bahnhof • SG

Spielend wandern ins Herz von St. Gallen

Mit dieser kurzen Familientour erwandert man sich die Stadt St. Gallen Schritt für Schritt und stösst immer mehr vom beruhigenden Grün in die bewegte Stadt vor. Sie beginnt mit einer kurzen Fahrt mit dem «Appenzeller Bähnli» nach Notkersegg, wo die Kirche des gleichnamigen Klosters besucht werden kann. Hoch über der Stadt geht es von hier in Richtung von Drei Weieren, das bald erreicht ist. Bei zwei Weihern befinden sich Badis, entsprechend viele Leute hat es hier an schönen Wochenenden im Sommer. Im Frühling aber hält es sich in Grenzen. Zwischen Bueben- und Mannenweier biegt der Weg ab, am Milchhüsli, das kleine Snacks anbietet, vorbei und auf einem Pfad steil hinauf auf den Freudenberg. Der Aufstieg lohnt sich: Gegen Norden sieht man St. Gallen und den Bodensee, gegen Südosten den Säntis. Und man kann hier oben an mehreren Stellen bräteln. Beim Abstieg Richtung St. Georgen erreicht man das Gebiet des St. Galler Spielwegs mit dem Namen «Berneggwald». Hier finden neugierige Kinder viele Spielideen, aufgeschrieben auf Metalltafeln. Diese müssen manchmal etwas gesucht werden, meist stehen sie aber bei Spiel- oder Sportplätzen. Auf spielweg.ch können die exakten Standorte nachgeschaut werden. Nach ausgiebigem Spiel geht es durch die Mülenenschlucht hinunter – oder mit der Standseilbahn Mühlegg. Wild schiesst die Steinach in die Tiefe – kaum zu glauben, dass nur wenige Meter weiter unten die Altstadt liegt. Diese beginnt gleich mit der Stiftsbibliothek und dem ehemaligen Benediktinerkloster. Hier können auch wieder Posten des Spielwegs aufgesucht werden, bevor man sich dann Richtung Bahnhof aufmacht. Die Wanderung kann ganzjährig unternommen werden. Im Winter ist allerdings die Mülenenschlucht gesperrt, es empfiehlt sich, die Bahn oder einen anderen Fussweg zu nehmen.
Dem Rotsee und der Reuss entlang Nr. 2232
Luzern, Maihof — Luzern • LU

Dem Rotsee und der Reuss entlang

Wer Luzern hört, denkt vielleicht als Erstes an das schweizweit bekannte Verkehrshaus, an die mondäne Seepromenade am Vierwaldstättersee oder an die hübsche Altstadt. Nichts davon begegnet uns auf dieser Stadtwanderung. Stattdessen besucht man ein wertvolles Brutgebiet für einheimische Vögel, spaziert durch ein renaturiertes Gebiet im Rahmen des Labels «Grünstadt Schweiz», spürt die Ruhe auf dem fünftgrössten Friedhof der Schweiz und geniesst die Aussicht vom Gütsch. Die Stadtwanderung beginnt bei der Bushaltestelle Luzern, Maihof. In wenigen Schritten ist das Ufer des Rotsees erreicht. Der zweieinhalb Kilometer lange See eignet sich ausgezeichnet als Regattastrecke, weshalb hier jährlich der Ruder-Weltcup stattfindet. Entlang des Seeufers, das zum Naturschutzgebiet gehört, geht es weiter in Richtung Westen. Wer verweilen möchte, kann auf einer der zahlreichen Sitzbänke Platz nehmen. Dank einer cleveren Wanderwegführung kann die verkehrsreiche Sedelstrasse umgangen werden, und bald schon befindet man sich an der Seite des Reuss-Rotsee-Kanals mitten in einem naturnah gestalteten Vorstadtgebiet. Nach Schrebergärten und einer Fischzucht erreicht man den Friedhof Friedental, von wo sich einerseits ein Blick zurück auf den Rotsee, andererseits ein Ausblick auf den Pilatus bietet. Am Hirschpark vorbei führt die Stadtwanderung hinunter zur Reuss. Auf den nächsten Metern ist die Urbanität stark zu spüren. Wer ihr noch einmal entfliehen möchte, legt einen Abstecher auf den Gütsch ein – entweder, indem man dem Gütschweg folgt, oder indem man die kleine Standseilbahn nimmt. Beim Château Gütsch angekommen, erwartet einen eine prächtige Aussicht auf die Stadt und das Seebecken, im Hintergrund die Königin der Berge, die Rigi. Die Route führt ein letztes Mal in erholsame Stadtnatur, nämlich in den Gütschwald, bevor sie dann via Bruchquartier, vorbei an Jesuitenkirche, Stadttheater und Kapellbrücke, am Bahnhof endet.
Uferwanderung entlang des Genfersees Nr. 2231
Morges — Lausanne, Siège du CIO • VD

Uferwanderung entlang des Genfersees

Die Wanderung beginnt an der Uferpromenade von Morges und endet an jener von Lausanne, doch dazwischen trifft man auf zahlreiche idyllische Badeplätze, die im Frühling zum Verweilen und im Sommer zum Schwimmen einladen, auf Muschel- und Sandstrände sowie naturnah gestaltete Pfade direkt am Ufer. Und natürlich ist da auch noch die grandiose Aussicht auf den sich blau ausbreitenden Genfersee. Morges besitzt eine hübsche Altstadt mit einem mittelalterlichen Schloss aus dem 13. Jahrhundert, in dem sich heute fünf Museen befinden: das Waadtländer Militärmuseum, das Schweizer Zinnfigurenmuseum, das Artilleriemuseum, das Museum der Waadtländer Gendarmerie und das Paderewski-Museum. Zudem findet in Morges jeweils von April bis Mai das weitherum bekannte Tulpenfest statt, bei dem über 140 000 Tulpen von 350 verschiedenen Sorten im Parc de l’Indépendance hinter dem Schloss blühen. Vom Bahnhof Morges gelangt man innert Kürze auf den Wanderweg und somit ans Ufer des Genfersees. Bei gutem Wetter geniesst man von hier aus direkte Sicht auf den weissen Gipfel des Mont Blanc, des höchsten Bergs der Alpen. Auf Hartbelag führt die begrünte Uferpromenade bis zum Parc de Vertou. Ab hier beginnt ein unbefestigter Pfad, der durch Schatten spendende grüne Baumtunnel schleicht und an zahlreichen hübschen Badeplätzen vorbeiführt. An manchen Stellen befinden sich am Ufer ausschliesslich Muscheln. Was auf den ersten Blick begeistert, ist auch kritisch zu sehen: Die invasive Quaggamuschel breitet sich seit einigen Jahren im Genfersee aus und bedroht die einheimische Tier- und Pflanzenwelt. Gediegene Villen verbergen sich mal mehr, mal weniger gut hinter Büschen und Zäunen, bis die Kirche Saint-Sulpice erreicht ist. Von hier an nimmt der Hartbelaganteil wieder zu. Besonders schön sind der Wegabschnitt kurz vor Les Pierrettes sowie die Überquerung der Chamberonne, bevor die Uferwanderung am Sandstrand von Vidy endet.
Vom Sandsteinbruch bis zum Bundeshaus Nr. 2230
Ostermundigen, Rüti — Bern, Kleine Schanze • BE

Vom Sandsteinbruch bis zum Bundeshaus

Bern ist zwar nicht auf Sand, aber weitgehend aus Sand gebaut. Praktisch für die ganze Altstadt und alle Sehenswürdigkeiten wie Münster, Zytglogge oder Bundeshaus wurde als Baumaterial der typische grünlich-graue Berner Sandstein verwendet. Abgebaut wurde er vor allem in Ostermundigen, in Krauchthal und am Gurten. Auf einer Wanderung von Ostermundigen bis auf die Kleine Schanze lassen sich nicht nur die Steinbrüche in der Agglomeration, sondern auch die schönsten Seiten der Stadt Bern entdecken. Los geht es an der Endstation der Buslinie 10 in Ostermundigen, Rüti. Schon hier stehen die Steinbrüche auf den Wanderwegweisern angeschrieben. Schnell verlässt man die Wohnquartiere und spaziert dann durch den Wald am Ostermundigeberg. Plötzlich taucht ein riesiger weisser Kran hinter den Bäumen auf, ein eindeutiges Zeichen, dass die Steinbrüche nahen. Von der Abbruchkante aus hat man einen guten Überblick über die Anlage. Rechts vom Wanderweg zweigt ein Strässchen ab, das in den Steinbruch führt. Auf dem kleinen Abstecher können manchmal die Arbeiten im Steinbruch beobachtet werden, zudem gibt es hier schöne Grillplätze. Nun zeigen die Wegweiser in Richtung Bern, Bärengraben. Der Wanderweg führt zunächst durch Ostermundigen, Hubel, dann vorbei am Schosshaldenfriedhof bis zum Zentrum Paul Klee und weiter zum Egelsee. Die idyllische Oase mitten in der Stadt ist bei Familien beliebt. Am unteren Ende gibt es eine trendige Kaffeebar. Durch ein altes Villenquartier verläuft der Weg hinunter zum Bärenpark und über die Aare hinein in die Altstadt. Jetzt kann man sich einfach treiben lassen, bis man irgendwann am Bahnhof landet. Oder man verbindet zum Abschluss der Stadtwanderung die (Sandstein-)Monumente Münster, Zytglogge und Bundeshaus und macht es sich schliesslich auf der Kleinen Schanze gemütlich.
Auf einsamen Pfaden im grünen Valle di Vergeletto Nr. 2227
Gresso — Russo • TI

Auf einsamen Pfaden im grünen Valle di Vergeletto

Bereits die Fahrt mit dem Postauto auf der schmalen, kurvenreichen Strasse ins grüne Valle di Vergeletto ist ein erster Höhepunkt. Die Wanderung beginnt im Dörfchen Gresso auf knapp 1000 m ü. M. Wer Lust hat, folgt zunächst den inoffiziellen Schildern Richtung «Ponte» und kann an der Ponte Gresso-Crosa seine Schwindelfreiheit testen – Voraussetzung für die kommende Strecke. Zurück in Gresso, geht es der Signalisation folgend nach Vergeletto, wo der Fluss Ribo auf einer alten Steinbogenbrücke überquert wird. Ruhig und einsam verläuft der Pfad entlang der rechten Flussseite und wechselt später bei der La-Culetina-Hängebrücke auf die linke Seite. Nach einem steilen Aufstieg erreicht man die verlassene Alp auf dem Monte Queillo, von wo aus man nochmals einen Blick auf den Startpunkt Gresso erhascht, der nur wenige Hundert Meter Luftlinie entfernt liegt. Der Weg zum Zielort Russo verläuft ab dann grösstenteils auf gleicher Höhe. Einige Grabenquerungen erfordern aber erneut Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. In Russo lässt sich bei einem kühlen Getränk gut auf das Postauto warten, das einen wieder aus der Abgeschiedenheit des Onsernonetals zurück in die Zivilisation bringt.
Vorbei an Reben und Burgen durch die Bündner Herrschaft Nr. 2226
Malans GR — Bad Ragaz • GR

Vorbei an Reben und Burgen durch die Bündner Herrschaft

An sonnigen Frühlingstagen wirkt der Weg von Malans nach Bad Ragaz wie ein pittoreskes Gemälde – über der Farbenvielfalt der erblühenden Bäume und Weinreben gleiten Schönwetterwolken durch die frische Luft, während im Hintergrund die noch von Schnee bedeckten Bergflanken leuchten. Kurz nach Verlassen der kleinen Ortschaft Malans befindet man sich bereits mitten in den Rebbergen. Nach Süden weitet sich das Churer Rheintal, in Richtung Nordosten hat man einen wunderbaren Blick auf die schneeweissen Hänge und Berggipfel, während in den Wäldern darunter hellgrün spriessende Laubbäume aus dem dunklen Nadelwald herausstechen. Aufmerksame Wandernde erblicken in der frühlingshaften Kulisse die eine oder andere Burgruine, die von der wechselvollen Geschichte der Bündner Herrschaft unter Beteiligung verschiedener überregionaler Landesherren und kleinerer Adelsfamilien zeugt. Der meist auf Hartbelag verlaufende Weg führt weiter durch die von Wäldern, Wiesen und kleineren Ortschaften durchsetzte Weinbauregion. Zwischen Maienfeld und Fläsch trifft man auf den Heidibrunnen, der an die Schriftstellerin Johanna Spyri erinnert, die von der Region zu ihren berühmten Kinderbüchern inspiriert worden ist. Nach der Überquerung des Rheins endet die Wanderung am Bahnhof von Bad Ragaz.
Familienwanderung durch eine Drumlinlandschaft Nr. 2225
Schwarzenberg LU, Ennenmatt — Obernau, Dorf • LU

Familienwanderung durch eine Drumlinlandschaft

In Schwarzenberg startet diese gemütliche Wanderung. Während die meisten Postautopassagiere sitzen bleiben und bis ins Eigenthal weiterfahren, führt diese unbekanntere Route über die Schwandenegg auf den Blatterberg. Hier hat sich der Gletscher vor Jahrtausenden zurückgezogen, und die ehemals grauen Geröllhügel haben sich längst in grüne, lieblich anmutende Drumlins verwandelt. Weniger grün ist das gegenüberliegende Pilatusmassiv mit dem Mittaggüpfi, das im Sommer ein beliebtes Wanderziel ist. Auf angenehmen Naturpfaden wandert man zunächst entlang von Kuhweiden und Bauernhöfen. Im Frühling sind die Wanderwege hier teilweise noch von hohem Gras umgeben, und lange Hosen sind von Vorteil. Schliesslich gelangt man zum Aussichtspunkt Chrüzhubel, der mit einladender Feuerstelle und bequemen Liegebänken zur Rast einlädt. Entlang eines Mischwalds führt die Wanderung weiter Richtung Luzern und bietet einen zunehmend grossartigeren Panoramablick auf den Vierwaldstättersee mit den Bergen im Hintergrund, angefangen beim Bürgenstock und der Rigi bis hin zum weit entfernten Tödi. Der Abstieg nach Obernau ist schliesslich schnell geschafft, von wo alle paar Minuten ein Bus in die Stadt Luzern fährt.
Familienwanderung durch die lauschige Wissbachschlucht Nr. 2224
Herisau — Degersheim • AR

Familienwanderung durch die lauschige Wissbachschlucht

Ist man am Glatttal-Viadukt vorbei, lässt man Herisau und sein Industriequartier schnell hinter sich. Es folgt der erste von zwei etwas längeren Anstiegen. Weiter geht es nach Schwänberg. Der kleine Weiler ist der älteste urkundlich erwähnte Ort im Appenzellerland. Das alte Rathaus, erbaut 1627–1630, das Rutenkaminhaus und das Weisse Haus bilden ein harmonisches Ensemble und machen Schwänberg zu einem Ortsbild von nationaler Bedeutung. Als Nächstes führt die Wanderung hinunter in die Wissbachschlucht, wo man am besten zuerst dem schönen Vogelgezwitscher lauscht. Anschliessend folgt man dem kleinen Stausee. Dieser und die folgenden Industriebauten gehören noch zu dem 1892 erbauten Kleinkraftwerk. Die Wissbachschlucht bietet viele lauschige Plätzchen zum Verweilen, um die Füsse im kühlen Nass zu netzen, Staudämme zu bauen oder bei schönem Wetter ein erfrischendes Bad im Fluss zu nehmen. Am Ende der Schlucht steigt man über eine überdachte Holztreppe aufwärts und verlässt so das abwechslungsreiche Wissbachtobel. Über schöne Frühlingswiesen und auf Feldwegen geht es zum Schluss noch einmal leicht bergauf und über den Freudenberg nach Degersheim.
Sonnige Frühlingswanderung durchs Fricktaler Kirschenmeer Nr. 2223
Frick — Wittnau, Mitteldorf • AG

Sonnige Frühlingswanderung durchs Fricktaler Kirschenmeer

Wer beisst nicht gerne in das saftige, pralle Fruchtfleisch einer Kirsche? Schon Karl der Grosse liebte das typische Aroma der Kirschen, die schon im Jahr 70 n. Chr. aus Kleinasien nach Westeuropa kamen. Aufgrund der kalkhaltigen, lockeren und durchlässigen Mergelböden entwickelte sich der Kirschenanbau vor allem im Fricktal und im Baselbiet und erreichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Höhepunkt: In der Gemeinde Gipf-Oberfrick wurden 6771 Kirschbäume gezählt, im ganzen Bezirk Laufenburg 60 000. Genau hier taucht die Wanderung ab dem Bahnhof Frick in ein Meer von rosa und weissen Kirschblüten ein. In Ruhe lässt sich die Schönheit der Landschaft geniessen, während die Kirschblüten im Wind tanzen. Weiter führt der Weg zur imposanten Burgruine Alt Tierstein. Sie thront majestätisch am Fuss des Tiersteinbergs und bietet einen herrlichen Ausblick auf die umliegende sattgrüne Landschaft mit den weissen Tupfen der Kirschbäume. Über den Tiersteinberg wandert man weiter bis zur Buschbergkapelle, die in den letzten Jahren auch als Kraftort entdeckt worden ist. Danach geht es über das Wittnauerhorn ins Tal hinunter, wo die Wanderung in Wittnau endet, einem kleinen Kettendorf, das im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder aufgeführt ist.
Gemütliche Wanderung am Rande des Emmentals Nr. 2222
Huttwil — Dürrenroth, Dorf • BE

Gemütliche Wanderung am Rande des Emmentals

Das Berner Städtchen Huttwil, wo diese Wanderung beginnt, liegt im Herzen der Schweiz und an der Grenze zum Kanton Luzern. Bekannt ist Huttwil unter anderem für die Spycher-Handwerk AG, einem Unternehmen der Wollverarbeitung, das nicht weit vom Wanderweg entfernt liegt. Hier kann man in Kursen lernen, Wolle zu filzen oder zu weben, sowie in Jurten übernachten oder auf Kamelen reiten. Zu erreichen ist Huttwil bequem mit dem Zug. Vom Bahnhof aus führt der Weg zunächst durch das Städtchen, am Brockenhaus der Heilsarmee vorbei, bevor er in die idyllische Landschaft des Emmentals eintaucht. Schon bald erblickt man die ersten malerischen Bauernhäuser, die typisch sind für diese Region. Der Weg schlängelt sich durch sanfte Wiesen und vorbei an stillen Wäldern. Besonders für Familien interessant: Entlang der Route gibt es immer wieder Bauernhöfe, wo Kinder Tiere aus nächster Nähe erleben können. An verschiedenen Stellen eröffnet sich ein weiter Blick über das Emmental, der zum Verweilen einlädt. Auf abwechslungsreichem Untergrund führt die Wanderung schliesslich nach Dürrenroth. Hier gibt es die Möglichkeit, den Ausflug mit einem Besuch im Restaurant Bären abzuschliessen, wo mit hausgemachter Meringue und weiteren regionalen Spezialitäten aufgewartet wird.
Stille erleben auf dem Jura-Höhenweg in der Ajoie Nr. 2221
Miécourt — Porrentruy • JU

Stille erleben auf dem Jura-Höhenweg in der Ajoie

Stille erleben auf dem Jura-Höhenweg in der Ajoie Der Jura-Höhenweg ist für seine vielfältige Landschaft bekannt. Die abwechslungsreiche Flora und Fauna entlang des Weges von Miécourt nach Porrentruy sorgt für eine angenehme Wanderung. Die Einsamkeit und die Ruhe auf der Strecke lassen den Alltagsstress schnell vergessen. Miécourt, ein charmantes, kleines Dorf im Jura, dient als Ausgangspunkt dieser Nachmittagstour. Die Wanderung beginnt zwischen traditionellen Bauernhäusern und führt dann auf Waldwege, die von efeuumschlungenen Bäumen gesäumt sind. Weiter geht es über malerische Wiesen und Felder, wo Ackerflächen das Landschaftsbild prägen. Auf der zweiten Hälfte der Wanderung ist ein spannender Erlebnispfad anzutreffen. Dieser gibt informative Einblicke in die heimische Pflanzenwelt und ist mit hübschen Holzschnitzereien geschmückt. Die Stille während des Lesens der Infotafeln wird nur vom Rascheln der Mäuse im Unterholz unterbrochen. Das Ziel der Wanderung, Porrentruy, ist eine historische Stadt mit mittelalterlichem Charakter. Mit ihren engen Gassen und gut erhaltenen Gebäuden lädt die Altstadt nach der Wanderung zum Erkunden ein und bietet somit einen perfekten Abschluss für dieses Natur- und Kulturerlebnis.
Entlang der Saane und umgeben von den Freiburger Voralpen Nr. 2220
Gruyères — Bulle • FR

Entlang der Saane und umgeben von den Freiburger Voralpen

Diese Wanderung verbindet das mittelalterliche Städtchen Gruyères und die Stadt Bulle. Die Tour bietet eine Mischung aus historischem Erlebnis, Stadtwandern und Idylle entlang der Saane. Gruyères erreicht man über einen kurzen, aber steilen Fussmarsch vom Bahnhof Gruyères aus. War man noch nie in diesem pittoresken Städtchen, lohnt es sich, für dessen Besichtigung etwas Zeit einzuplanen. Reicht die Zeit dafür nicht, sollte man zumindest die wunderbare Aussicht vom Schloss aus geniessen. Nach diesem historischen Erlebnis und dem steilen Abstieg steht die Überquerung der «Pont qui branle» – der wackeligen Brücke –, die eigentlich gar nicht wackelt, an. Durch die kleinen Brückenfenster kann man Blicke auf die Freiburger Voralpen erhaschen. Es geht weiter entlang der Saane durch ein erfrischendes Waldstück. Die Durchquerung von Broc erfolgt auf kleinen Strässchen, bevor es weitergeht in ein grösseres Waldgebiet vor Bulle. Durch Bulle hindurch schlängelt sich der Weg um das Schloss herum und durch die Gassen der Stadt, bevor die Wanderung am neu erstellten Bahnhof endet.
Einheimische Baukultur im Niedersimmental Nr. 2219
Därstetten — Erlenbach i.S. • BE

Einheimische Baukultur im Niedersimmental

Auf dieser voralpinen Wanderung begegnet man viel einheimischer Baukultur und wenig Menschen. Die Route, die in weiten Teilen dem Simmentaler Hausweg folgt, wartet aber nicht nur mit beeindruckender Zimmermannskunst auf, sondern verspricht auch eine fantastische Aussicht auf die noch schneebedeckten Gipfel des Berner Oberlands. Die Wanderung beginnt in Därstetten, und mit der Sonne im Rücken geht es den Hang hinauf. Schnell ist das Dorf verlassen, und statt Häuser begleiten einen nun Bachrauschen, Bärlauchgeruch und Zitronenfalter. Nun folgt man einem Terrassenweg, der ohne weitere nennenswerte Höhenunterschiede verläuft. Immer wieder bieten sich beeindruckende Ausblicke Richtung Niesen, Fromberghore und Drunegalm. Begleitet wird dieser Abschnitt von Vogelgezwitscher, ruhigen Höfen und ein paar Kühen. Kurzzeitig führt der Weg über Hartbelag, doch in Nidfluh wird man dafür gleich von vier traditionellen Häusern begrüsst, die alle im 17. oder 18. Jahrhundert erbaut worden sind. Anschliessend geht es auf Wiesen- und Waldpfaden weiter. In der Luft ziehen Mäusebussarde und Gleitschirmflieger ihre Kreise. Das letzte Wegstück führt auf einem Bergwanderweg dem Wildenbach entlang hinunter ins hübsche Dorf Erlenbach im Simmental, am Fusse des Stockhorns.
Kastanienselven, eine Hängebrücke und urbanes Flair Nr. 2218
Mörel — Brig • VS

Kastanienselven, eine Hängebrücke und urbanes Flair

Diese abwechslungsreiche, aber auch herausfordernde Tour durch die Kastanienselven von Mörel und über die Hängebrücke Massegga sorgt für einige Höhepunkte und Nervenkitzel. Die Wanderung startet in Mörel und folgt zunächst dem Themenweg zu den Kastanienselven, die in dieser Region eine lange Tradition haben. Dort lädt ein kleiner Grillplatz mit ein paar Tischen zu einer kurzen Rast ein. Weiter führt die Wanderung über teilweise hohe Stufen durch einen verträumten Wald und entlang eines gluckernden Bächleins. Nicht selten trifft man hier auf Schwarznasenschafe, die einen interessiert mustern. Via Äbnet gelangt man zur Hohfluekapelle, die sich am Fuss einer fast senkrechten Felswand befindet und ans Ufer der Rhone grenzt. Auf dem Hennebique-Kanal geht der Spaziergang zwei Kilometer weiter bis nach Bitsch. Hier ist mit Kindern etwas Vorsicht geboten, da der Kanal nicht gesichert ist. Nach Bitsch gelangt man wieder in grünere Landschaften, und schon bald steht man vor der Hängebrücke Massegga. Die 40 Meter lange Brücke bietet einen fantastischen Blick auf das Ende der Massaschlucht. Weiter Richtung Naters führt die Route auf die Rote Meile – eine 2,5 Kilometer lange Fussgänger- und Erholungszone, die einen fast bis an das Ziel der Wanderung, den Bahnhof Brig, führt.
Durch den Viadukt von Fribourg wandern Nr. 2198
Fribourg/Freiburg Poya — Düdingen, Staumauer/Camping • FR

Durch den Viadukt von Fribourg wandern

Diese Wanderung erlebt man ohne Zweifel mit allen Sinnen: Wer den Eisenbahnviadukt von Grandfey betritt, während gleichzeitig ein Zug darüberfährt, spürt den Boden unter den Füssen beben. Und es rumpelt gewaltig von der Decke her. Der Wanderweg führt nämlich durch eine Arkadengalerie direkt unter den beiden Gleisen hindurch. Die Brücke wurde im 19. Jahrhundert gebaut, nachdem der Bund entschieden hatte, dass die Eisenbahnachse von Genf an den Bodensee über Fribourg führen sollte. Dazu musste das 80 Meter tiefe Tal der Saane nordöstlich der Stadt überwunden werden. Mit der Elektrifizierung des Schweizer Schienennetzes wurde die Brücke in den 1920er-Jahren dann mit Betonbögen verstärkt. Dass dabei das Metallgerüst der ersten Brücke für den Bau der zweiten wiederverwendet wurde, galt damals als technische Meisterleistung. Hat man die Brücke passiert, geht man links Richtung Schiffenen. Der Weg führt fortan immer nahe am Ufer des gleichnamigen Sees entlang. Mit einem Blick zurück kann das ästhetische Viadukt von Weitem nochmals gewürdigt werden, bevor es dann – flankiert von den steilen Molassefelsen am anderen Seeufer – Richtung Magdalena-Einsiedelei geht. Zwei Eremiten haben dort von 1680 bis 1708 grosse Höhlen in den Sandstein gehauen, die im Sommer besichtigt werden können. Bald erreicht man das Stille Tal bei Düdingen, einen idyllischen Ort für eine Rast. Feuerstellen wie auch eine originelle Doppelrutschbahn finden sich auf dem Weg zur Seebucht. Etwas weiter steht das Konzertlokal Bad Bonn. Sein Name erinnert an das Kurbad, das mit dem Bau der Staumauer Schiffenen in den 1960er-Jahren geflutet worden ist. In Allenlüften kann im Hofladen eine Glace gekauft werden, bevor es weiter Richtung Schiffenen und zum dortigen Camping geht.
Feurige Herbstwanderung in Liechtenstein mit Aussicht aufs Rheintal Nr. 2188
Fläsch — Balzers, St. Katrinabrunna • GR

Feurige Herbstwanderung in Liechtenstein mit Aussicht aufs Rheintal

Der flammende Wald auf dieser Wanderung brennt nicht wirklich, ausser im Herbst natürlich, da scheinen die Baumkronen in den schönsten Orange- und Gelbtönen. Doch weit hergeholt ist der Titel nicht. 1985 brannte es auf der Anhöhe zwischen St. Luzisteig und Balzers lichterloh. Es war der grösste Waldbrand in Liechtensteins Geschichte – entfacht vom Schweizer Militär. Dieses führte auf dem Waffenplatz von St. Luzisteig eine Schiessübung durch, der Föhn blies stark und nahm die Funken auf. Erst in der Nacht auf den nächsten Tag konnte der Brand des Guschawaldes gelöscht werden. Er hatte sich bis 30 Meter vor Balzers ausgebreitet. Diese Bergwanderung führt durch das ehemalige Brandgebiet. Weil der Wind hier schon ab und zu ziemlich bläst, lohnen sich gute Kleider. Von Fläsch aus wandert man durch den Steigwald auf sacht ansteigendem Weg nach St. Luzisteig. Geschichtsinteressierte besuchen dort das Militärmuseum, dann geht es ziemlich steil und kurvig auf einem Kiessträsschen aufwärts. Beim Guschaturm gibt es eine kleine Pause, auf den Turm hinauf kann man aber nicht. Nach 400 Höhenmetern erreicht man die ehemalige Walsersiedlung Guscha. Im Sommer ist die dortige Beiz an den Wochenenden bedient, ansonsten gibt es eine hübsche Besenbeiz. Der Abstieg ist technisch interessanter und anspruchsvoller und verläuft auf einem schmalen Bergwanderweg. Die erste Viertelstunde führt quer durch einen Steilhang, Seile helfen auf einem kurzen, aber besonders abschüssigen Teil. Das Guschatobel ist imposant, ebenso der junge, aber dennoch wilde Wald. Auf 753 Metern Höhe betritt man Liechtenstein, was optisch allerdings nicht erkennbar ist. Die Wanderung endet schliesslich bei St. Katharinenbrunnen mit seinem Naturschutzgebiet und einer natürlichen Schichtquelle. Balzers ist nun nicht mehr weit entfernt.
Idyllische Wanderung durchs Churz- und Langloch nach Schaffhausen Nr. 2192
Thayngen — Schaffhausen, Schweizersbild • SH

Idyllische Wanderung durchs Churz- und Langloch nach Schaffhausen

Thayngen ist schon beinahe Deutschland: Fast in alle Richtungen liegt die Grenze nahe, am Bahnhof prangt das Logo der Deutschen Bahn, und der grösste Arbeitgeber ist die (einst) deutsche Traditionsmarke Knorr. Doch im Gegensatz zu den Knorr-Produkten, die viele fälschlicherweise als Schweizer Kulturgut betrachten, ist Thayngen tatsächlich echt schweizerisch – auch wenn die Schaffhauser Gemeinde im äussersten Zipfel des Landes liegt. Auch die gelben Wegweiser fehlen in Thayngen nicht. Einer zeigt vom Bahnhof in Richtung Schaffhausen. Der Weg führt zunächst durchs Dorf und dann an das Flüsschen Biber. Dem Ufer entlang verläuft ein Lehrpfad – natürlich zum Biber, der sich am renaturierten Wasserlauf wieder wohlfühlt. Bei Hüttenleben geht der Weg vom Wasser weg und den Lohningerbuck hinauf direkt ins Churzloch. Wie das folgende Langloch ist das ein sogenanntes Trockentälchen, das tief in den Kalkstein eingeschnitten ist. Entstanden ist es durch Schmelzwasser eiszeitlicher Gletscher. Obschon sie unterdessen mit Sand und Kies teilweise wieder aufgefüllt wurden, sind die beiden Tälchen für Wandernde ebenso idyllisch wie überraschend. Nach dem Langloch geht es vorbei an mehreren Tümpeln und Sümpfen durch das Schlossholz, bis der Weg unterhalb des Schlosses Herblingen aus dem Wald hinausführt. Die mittelalterliche Burg ist in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich. Dafür säumen steinerne Heldenfiguren ein Stück weit den Wanderweg in Richtung Schaffhausen. Auf den letzten zwei Kilometern gibt es im Naturschutzgebiet Mos-Buck nochmals ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung und bei Dachsebüel eine steinzeitliche Höhle zu entdecken. Letztere wurde vor 6000 Jahren für Bestattungen genutzt. Von der Höhle aus ist es nur noch ein Katzensprung bis zur Bushaltestelle Schaffhausen, Schweizersbild.
Panoramawanderung vom Wildspitz zum Zugerberg Nr. 2191
Sattel — Zugerberg • ZG

Panoramawanderung vom Wildspitz zum Zugerberg

Der Wildspitz ist weder besonders wild noch besonders spitz. Dennoch ist der 1580 Meter hohe Berg auf der Grenze zwischen den Kantonen Schwyz und Zug ein lohnendes Wanderziel. Die Aussicht auf die Innerschweizer Alpen und Seen ist atemberaubend, und ein sympathisches Restaurant gibt es auch noch. Den Aufstieg muss man sich aber verdienen. Gut 800 Höhenmeter sind es ab Bahnhof Sattel-Aegeri. Zunächst geht es durchs Dorf, dann über steile Weiden und durch Wälder die Südostflanke des Rossbergs hinauf. Die Bergkette, mit dem Wildspitz als höchster Erhebung, prägt den ersten Teil der Wanderung. Ein Überblick bietet sich von der Halsegg aus, wo es nicht nur eine eindrückliche Panoramatafel, sondern auch eine Alpwirtschaft, das Dufour-Museum und ausgedehnte Bunkeranlagen gibt. Weiter geht es nun immer mehr oder weniger dem Grat entlang über den Wildspitz bis zum Gnipen. Hier nahm 1806 der verheerende Bergsturz von Goldau seinen Anfang. Jetzt ändert die generelle Wanderrichtung und verläuft gegen Nordwesten in Richtung Zugerberg. Der Abstieg vom Gnipen hat es in sich: Einige steile, mit Ketten und Tritteisen gesicherte Stellen sind zu überwinden. Danach wird es wieder gemütlicher. Es folgen schöne Mischwälder, Moorwiesen und am Pilgerweg das Buschenchäppeli. Die Aussicht wird von Rigi, Pilatus und Zugersee geprägt. Je näher man dem Zugerberg kommt, desto «möblierter» wird der Wald. Hier gibt es Erlebniswege, Spielplätze und komfortable Rastplätze. Auf dem Zugerberg angekommen, fallen dann die Gebäude des Internats Montana auf, das unter anderem Swatch-Gründer Nicolas Hayek besucht hat. Die Station der Zugerbergbahn befindet sich etwas unterhalb der Schule.
Steile Wanderung durch die Bogartenlücke auf der ruhigen Seite des Alpsteins Nr. 2190
Wasserauen — Brülisau • AI

Steile Wanderung durch die Bogartenlücke auf der ruhigen Seite des Alpsteins

Der Alpstein im Appenzellerland gehört zu den am stärksten frequentierten Tourismusregionen der Schweiz. Insbesondere der mächtige, 2502 Meter hohe Säntis zieht Ausflügler und Wandernde in Scharen an, und das nicht erst seit heute. 1846 öffnete das erste Gasthaus auf dem Gipfel, 40 Jahre später entstanden Pläne für eine Bahn auf den Säntis. Sie hätte von Appenzell über Wasserauen, die Seealp und die Meglisalp bis auf den Gipfel führen sollen – doch aus Finanzierungsgründen wurde sie nie gebaut. Schätzt man es ruhiger, wählt man für seine Wanderung eine Route, welche die gut 20 Bergbeizli weitgehend umgeht. Die Tour über die Bogartenlücke ist so eine. Und sie hat es in sich. Der Weg ist über weite Strecken ausgesprochen steil und kräftezehrend, aber nirgends ausgesetzt. Belohnt wird man mit viel urtümlicher Natur und mit fantastischen Ausblicken auf die Höhepunkte im Alpstein. Das wildromantische Hüttentobel mit seinen Schluchten und Wasserfällen macht den Anfang. Bei Klein-Hütten ist man warmgelaufen, ab jetzt gehts schnurstracks bergauf. Die Bogartenlücke ist als enger Durchschlupf zwischen Alp Sigel und Marwees auszumachen, ihr Wahrzeichen ist der grosse Fels, der an einen von Obelix’ Hinkelsteinen erinnert. Blickt man talwärts, schweift der Blick über das Appenzellerland bis zum Bodensee und zum Allgäu. Dreht man den Kopf etwas zurück, lacht einem der Säntis entgegen. Auf dem schmalen Pass ist Mittagsrast angesagt, mit Aussicht auf den Hohen Kasten und den langen Grat, der sich bis zur Saxerlücke zieht. Ein Blick Richtung Talboden zum Rheintaler Sämtis macht klar: Jetzt sind die Knie gefordert. Zwischen imposanten Felswänden fliegt man fast in die Tiefe, unten angekommen nimmt einen der Sämtiserbach mit auf den gemütlichen Teil der Tour bis zum tiefblauen Sämtisersee. Im Gasthaus Plattenbödeli sollte man sich nochmals stärken oder zumindest einen feinen Käse der umliegenden Alpen kaufen, denn der Schluss der Tour, das steile Brüeltobel und das Asphaltsträsschen nach Brülisau, fordert nochmals Kraft.
Historische Wanderung zur Eisernen Hand am Basler Rheinknie Nr. 2189
Riehen — Wyhlen, Schulzentrum • BS

Historische Wanderung zur Eisernen Hand am Basler Rheinknie

Die Wanderung zur Eisernen Hand nahe Basel bietet Eindrücke in ein dunkles Kapitel des Zweiten Weltkriegs. Der Schweizer Landstreifen, der wie eine Hand in Deutschland hineinreicht, war damals nicht umzäunt und bot damit vielen Flüchtenden die Chance, der Verfolgung durch die Nazis zu entkommen. Die Grenzwanderung führt vom Bahnhof Riehen den Gleisen entlang Lörrach zu. Flüchtlinge sprangen hier dereinst aus den Zugfenstern. Wurden sie erwischt, schickten die Zöllner sie zurück ins Verderben. Die Gedenkstätte im ehemaligen Bahnwärterhäuschen an der Inzlingerstrasse erinnert heute noch an sie. Über den Steingruben- und den Bischoffweg geht es hinauf zu den Schrebergärten Lerchengsang. Der Blick gleitet über das Wiesental, über Lörrach zur Burg Rötteln und die Hügelwellen des Schwarzwaldes. Kurz wieder auf dem markierten Wanderweg, wählt man bei der ersten Abbiegung die Abkürzung geradeaus über einen Feldweg zum Maienbühlhof, wo damals viele Flüchtende aufgenommen wurden. Hinter dem Hof geht der Weg weiter, am Waldrand beim Grenzstein Nr. 74 fädelt man rechts in den unmarkierten Pfad ein, der den Grenzsteinen folgt. Bei Nr. 64 verlässt man rechts die Spitze der Eisernen Hand und damit die Schweiz. Der Waldweg führt nach Inzlingen. Nun wandert man ein längeres Stück auf Asphalt. Man quert über die Sonnhalde das Dorf und gelangt zum Wasserschloss mit dem hübschen Park. Von hier geht es auf dem Planetenweg und immer den gelben Rhomben nach bergauf, bald über die Grenze und panoramareich am Restaurant Waldrain vorbei zur Chrischonakirche. Zurück an der Grenze wandert man rechts durch den urwüchsigen Wyhlengraben. Gelbe Rhomben leiten zu den Ruschbachfällen. Sie sind klein und doch schön, weil der wasserlösliche Kalk Sinterterrassen bildet. Dem Bächlein entlang geht es durch das Ruschbachtal nach Wyhlen, wo der Bus nach Basel fährt.