Wandern in der Westschweiz • Schweizer Wanderwege

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Spazierwanderung zwischen Natur und Stadt Nr. 2311
Russin — Genève • GE

Spazierwanderung zwischen Natur und Stadt

Auf dieser Wanderung erlebt man die Region Genf in ihrer ganzen Bandbreite: Natur, Transport, Flüsse, verwunschene Waldwege und zum Schluss den bunten Trubel der Stadt. Doch der Reihe nach: Den Wanderweg nimmt man in Russin unter die Füsse. Vom Bahnhof führt er zunächst durch Rebberge, dann über die Staumauer Barrage de Verbois. Ab und zu hört man die Flugzeuge über sich und bleibt vielleicht kurz stehen, um eines zu erspähen. In Aire-la-Ville befindet sich das ausgezeichnete Café du Levant. Nun ist es nicht mehr weit bis zur Autobahnbrücke, die man überquert. Im Naturschutzgebiet Bois des Mouilles führt ein Holzsteg zu einem fotogenen Teich. Die Region zeigt sich hier von ihrer lieblichen Seite: Waldabschnitte, in denen die Blätter im Frühling in sattem Grün leuchten. In den Wäldern von Onex wird es dann richtig märchenhaft, mit verschlungenen Pfaden. Dort gelangt man auch zur Rhone, neben der man nun auf dem Sentier du Rhône in Richtung Stadt wandert. Neben dem Friedhof Saint-Georges, seit 1880 der grösste Friedhof von Genf, befindet sich ein kleiner Tierpark mit dem sympathischen Café de la Tour. Nach den letzten Treppen ist man plötzlich mittendrin im pulsierenden Genf, wo Cafés, Kultur und Geschichte locken.
Idyllische Wildnis und Steinbruch bei La Sarraz Nr. 2327
Ferreyres, village — Eclépens, gare • VD

Idyllische Wildnis und Steinbruch bei La Sarraz

Am Mormont prallen Welten aufeinander: Eindrückliche Natur wechselt sich ab mit industrieller Geschichte der letzten Jahrzehnte. Denn am Fusse des Hügels wird Kalkstein abgebaut, aus dem schliesslich Zement entsteht. Ab der Bushaltestelle «Ferreyres, village» geht es zuerst sanft hinunter zur Venoge. Bald nach deren Überquerung kommt man zu einer Strasse und folgt dieser einige Dutzend Meter bis zu einem Parkplatz. Wegweiser zeigen Richtung der Tine de Conflens, zu einer Schlucht mit einer Gruppe von gerade im Frühling besonders lebhaft sprudelnden Wasserfällen. Der Ort ist bekannt und beliebt, weshalb sich ein Besuch an einem Werktag oder sonst frühmorgens am Wochenende empfiehlt. Ein Waldweg führt bis zur Industriebrache La Filature, von 1871 bis 1977 Standort einer Textilfabrik und heute ein Kunsthandwerk- und Kulturzentrum. Danach durchquert man das Städtchen La Sarraz in Richtung des Bahnhofs. Der nächste Abschnitt folgt dem Chemin des Vignes bis zum Dorf Eclépens. Nach einer knappen halben Stunde erreicht man den von Holcim betriebenen Steinbruch. Mehrere Hütten dienen dem Schutz von Wandernden bei Sprengungen, die zum Abbau des Gesteins vorgenommen werden. Ein kostenloser Informationsdienst warnt auf Französisch per SMS jeweils 15 Minuten vor einer Sprengung. Um den Steinbruch herum geht es zurück in den Wald und über den Hügel. Anschliessend führt ein nicht signalisierter und offiziell unterhaltener Weg zum Canal d’Entreroches, angelegt im 17. Jahrhundert als Teil eines geplanten Netzes von Kanälen zwischen der Nordsee und dem Mittelmeer – ein Vorhaben, das nie vollendet wurde. 400 Meter vom Kanal in östlicher Richtung befindet sich der Parc naturel des Jonquilles (auf Google Maps eingezeichnet), in dem zu Beginn des Frühlings die Osterglocken blühen. Ab da ist es nicht mehr weit bis zum Bahnhof von Eclépens.
Zu den Kames im Greyerzerland Nr. 2365
Rossens FR, village — La Roche FR, village • FR

Zu den Kames im Greyerzerland

Kames wie bei Pont-la-Ville sind kegelförmige Hügel, die in diesem Fall der eiszeitliche Rhonegletscher hinterlassen hat. Sie entstehen, wenn Schmelzwasser auf der Gletscheroberfläche Geröll mitreisst, durch Spalten bis an den Grund des Gletschers verfrachtet und dort anhäuft. Mehrere solcher Rundhügel blieben in diesem Gebiet im Greyerzerland erhalten, weil sich der Rhonegletscher nicht mehr bewegte und sie nicht unter sich zerstörte, sondern nur noch abschmolz und zusammensackte. Von Rossens führt der Wanderweg hinunter zur Staumauer des Lac de la Gruyère, und quert auf einer Hängebrücke eine Seebucht. Der 1948 in Betrieb genommene Stausee ist volumenmässig der drittgrösste, flächenmässig der zweitgrösste und mit seinen über 13 Kilometern der längste Stausee in der Schweiz. Nach einem kurzen Aufstieg vom Seeufer hoch zum Hof Les Entos taucht der erste Kame auf. Dieser Begriff bedeutet auf Schottisch «steiler Hügel aus Lockermaterial». Formschön erhebt sich der erste Kegel vor dem fernen Gibloux mit seiner Antenne auf der anderen Seeseite. Während des weiteren Aufstiegs tauchen immer mehr dieser eiszeitlichen Kames auf. Vom Fuss des Hügels La Combert sind sie nochmals von oben zu sehen, dann steigt der Wanderweg hinunter nach La Roche.
Lausanner Kulinarikwanderung Nr. 2358
Lausanne, Lac Sauvabelin — Lausanne • VD

Lausanner Kulinarikwanderung

Den Kanton Waadt kann man in einem Tag erleben. Jedenfalls kulinarisch. Ob Käse aus den Alpes vaudoises in der Käserei Macharet, Bier aus dem Jorat aus dem Laden La Mise en Bière oder Eglifilets aus dem Genfersee in der Brasserie de Montbenon in der gleichnamigen Esplanade: All diese Köstlichkeiten liegen bei dieser Stadtwanderung in Lausanne am Weg. Zu Beginn bringt der Bus die Wandernden nach «Lausanne, Lac Sauvabelin». Vom Seelein ist der Tour de Sauvabelin nur wenige Schritte entfernt. 151 Treppenstufen später belohnt einen das Panorama auf sämtliche Regionen des Waadtlandes. Danach geht es durch den Wald in den Parc de l’Hermitage. Beim Château Saint-Maire taucht man in die Altstadt ein, ganz nahe ist auch die Kathedrale Notre-Dame. Über die Escaliers du Marché führt der Weg zum Place de la Palud. Beim Schlendern durch die Altstadt und den moderneren Quartierteil Flon findet sich manch eine kulinarische Entdeckung. Der markierte Wanderweg umgeht nun den unübersichtlichen Verkehrsknotenpunkt Flon und bringt mit der Esplanade de Montbenon wieder Ruhe. Durch den Chemin des Croix-Rouges und über die Geleise erreicht man den kleinen Weinberg Languedoc. Nun geht es durch die Chemins de Bon-Abri und du Chouchant zum Vallée de la Jeunesse. Geschaffen für die Expo 64, ist der Park mit den terrassenförmigen Rosenbeeten, einem geschwungenen Betondach und den Spielplätzen einen Besuch wert. Weiter wandert man zum See und diesem entlang bis nach Ouchy, wo auf die Promenade de la Ficelle eingeschwenkt wird. Deren Name spielt auf die Standseilbahn an, die früher Material und Menschen ins industrielle Viertel von Flon transportierte. Unterdessen wurde sie von der Métro ersetzt. In Grancy oben – nahe dem Hauptbahnhof – lohnt sich der Abstecher in die Bäckerei Monco’Pain, um eine Tarte à la raisinée zu geniessen – ein Gebäck aus eingekochtem Apfel- oder Birnensaft aus dem Jura und dem Norden der Waadt.
Auf den Spuren eines bekannten Waadtländer Malers Nr. 2357
Mézières VD, village — Moudon • VD

Auf den Spuren eines bekannten Waadtländer Malers

Eugène Burnand ist einer der wenigen Schweizer Künstler, die schon zu Lebzeiten Erfolg hatten und von ihren Werken leben konnten. Er war weitherum bekannt in Europa, wohnte zeitweise in Versailles, Florenz, Montpellier und Paris, wo er 1921 starb. Begraben wurde er aber in Vulliens im Jorat, diese Wanderung führt an seinem Grab vorbei. Burnands Schweizer Spuren ziehen sich durch eine Landschaft mit stattlichen Bauernhöfen, aus Stein gebaut und heute meist gut erhalten, grossen Ställen und weiten Feldern und – im Herbst – riesigen Haufen von Zuckerrüben. Orte, die Burnand schon im 20. Jahrhundert in realistischem Stil malte – inklusive der Menschen, die hier mit einfachen Mitteln schufteten. Heute tun sie es mit Maschinen, so sind viele Wege dieser Wanderung asphaltiert. Doch das tut der kulturellen Tour keinen Abbruch – im Gegenteil, sie ist auch bei nassem Wetter gut machbar. Man startet im waadtländischen Mézières, überquert den Carrouge und wandert auf die Anhöhe, von wo aus man die Hügelzüge gut sehen kann. Nach Vulliens erreicht man Seppey. In einem hiesigen Schloss hatte Burnand während des Ersten Weltkriegs gelebt und gearbeitet. Entstanden ist hier auch eines seiner Hauptwerke: «Labour dans le Jorat». Es zeigt zwei Männer mit Pflug, der von zwei Kühen und einem Pferd gezogen wird. Rechts im Bild ist das Dörfchen Syens erkennbar. Bald ist die Broye erreicht, entlang welcher man schliesslich nach Moudon gelangt. In dessen Oberstadt ist dem grossen Maler eigens ein Museum gewidmet, das aber nicht täglich offen hat.
Wandern und beobachten in La Sauge Nr. 2356
Sugiez — Cudrefin • VD

Wandern und beobachten in La Sauge

Dieser Ausflug erinnert an eine Matroschkapuppe, enthält er doch eine Wanderung in der Wanderung. Die zehn Kilometer lange Hauptroute führt von Sugiez im freiburgischen Vully bis nach Cudrefin am Waadtländer Ufer des Neuenburgersees. Auf halbem Weg empfiehlt sich die kurze Zusatzschlaufe durch das BirdLife-Naturzentrum in La Sauge. Los geht es im Herzen des Drei-Seen-Lands, dem Broyekanal entlang. Der topfebene Weg windet sich zwischen Wiesen und Schilfgebieten hindurch bis nach La Sauge und hinein in die Grande Cariçaie, das grösste Seeuferfeuchtgebiet der Schweiz. Unterwegs lauscht man dem Rascheln der Schilfrohre und dem Zwitschern der Vögel und bekommt mit etwas Glück auch die eine oder andere Art zu Gesicht. In La Sauge kann die Wanderung gegen Entrichtung eines Eintrittspreises um 500 Meter voller spannender Einblicke in die lokale Tier- und Pflanzenwelt verlängert werden. Dem Naturpfad des BirdLife-Naturzentrums entlang stehen vier Beobachtungshütten, überdacht und mit Sitzbänken ausgestattet. Seit 2001 wurden hier über 200 Vogelarten gesichtet. Eisvögel sowie Silber- und Seidenreiher zählen zu den Stammgästen, aber neben diesen und vielen anderen Vögeln sind an und in den Weihern des Zentrums auch Biber, Frösche und eine Vielzahl von Insekten und kleinen Wassertieren zu Hause. Je nachdem, wie geduldig man ist, kann man hier ein paar Minuten oder auch den ganzen Tag verbringen – am besten plant man für den Besuch etwa anderthalb Stunden ein. Danach geht es weiter nach Cudrefin. Am Seeufer laden mehrere Strände und Picknickplätze nochmals zum Verweilen ein.
Durch die Kastanienselven im Chablais Nr. 2355
Ollon VD — Le Bévieux • VD

Durch die Kastanienselven im Chablais

In einigen Bergregionen waren Edelkastanien früher die Hauptnahrungsquelle. Nun werden die Hochstammanlagen – auch Selven genannt, von lateinisch «silva» für «Wald» – wieder vermehrt gepflegt und aufgeforstet. Gegen Ende Oktober fallen die reifen Früchte, beispielsweise auf der Wanderung von Ollon nach Bévieux. Von Grün über Gelb und Orange bis Tiefrot: Sobald man aus dem Dorf Ollon tritt, liegen einem die Rebberge zu Füssen, und es öffnet sich der Blick übers Rhonetal. Danach führt der Weg durch einen Wald, am Rand geschnitzte Holzfiguren. Da mischen sich zum ersten Mal stachelige Kugeln und längliche gezackte Blätter in die Eichen- und Buchenblätter – der erste Kastanienbaum. Am Himmel kreisen zahlreiche Gleitschirme. Der Weiler Antagnes erstreckt sich entlang der Hauptstrasse, moderne Glashäuser mit Pool reihen sich an schwarzbraunes Holz alter Bauten. Nach einer erneut malerischen Passage durch die Rebberge folgt der Talgrund und etwas weiter hinten befinden sich die Salzminen von Bex. Die Minen können mit einer geführten Tour erkundet werden, im Shop gibt es weisses Salz – und schwarzen Kaffee. Nach einem kurzen Aufstieg öffnet sich der Blick auf eine Kastanienselve: Neben alten, knorrigen Bäumen stehen mittelgrosse und auch sehr junge, frisch gesetzte Pflanzen mit Stützpfosten. Verschiedene Gemeinden im Chablais sind an Aufforstungsprojekten beteiligt, der Kanton Waadt unterstützt den Erhalt und die Pflege des Kastanienanbaus. Aber Achtung: Die Bäume sind Privatbesitz, das Sammeln in grossen Mengen ist nicht erlaubt. Der Weg führt weiter hoch nach Fenalet-sur-Bex. Der alte Dorfkern besteht aus Holzhäusern mit liebevoll gepflegten Nutzgärten und hübschen Lauben für das Savoir-vivre. Ein drittes Mal durchwandert man Reben, diesmal auf einem steilen Weg aus Hartbelag. Nach einer kurzen Waldpassage erreicht man das Tagesziel Le Bévieux, den heutigen Hauptstandort der industriellen Salzgewinnung.
Von Schloss zu Schloss im Rebberg von La Côte Nr. 2354
Rolle — Prangins, Musée national • VD

Von Schloss zu Schloss im Rebberg von La Côte

Schon die Römer haben entlang der Moräne, die der Rhonegletscher entlang des Genfersees formte, Wein angebaut. Vom Schloss Rolle führt der Weg den Hang hinauf in das rund 2000 Hektaren grosse Weinbaugebiet La Côte, eines der grössten der Schweiz. Bis Bugnaux, dem Kulminationspunkt der Wanderung, geht es vorbei an den Schlössern Le Rosey und Chatagneréaz. Wie in den Waadtländer Rebbergen üblich, verläuft der Weg meist auf asphaltierten Wegen. Die Sicht auf die Reben, den Genfersee und die Savoyer Alpen mit dem Mont Blanc entschädigt die Wandernden für diese Mühsal. Am Château de Vincy vorbei führt der Weg über Gilly nach Bursins, der Heimat von Bundesrat Guy Parmelin. Sein Dorf zählt neben zwei Schlössern auch zwei typische Landbeizen, die zu einem Glas Chasselas einladen. Weiter geht es durch die Reben Richtung Westen an den zwei Schlössern in Vinzel vorbei nach Luins. Ein Abstecher hinter die strassenseitige Mauer des Schlosses lohnt sich, vor allem, wenn der Degustationsraum geöffnet hat. Nun führt der Weg leicht bergauf Richtung Begnins, dem Dorf mit der grössten Schlossdichte. Am besten zu sehen ist vom Weg aus das Manoir de Cottens, während vom Château de Menthon und vom Château de Martheray nur die Rückseite oder die Aussenmauer sichtbar sind. Einzig von Le Manoir im Dorfkern ist die repräsentative Fassade von der Strasse aus zu sehen. Von Begnins führt der Weg hinunter zum Bach La Serine. Fortan geht es auf Naturwegen im Schutz schmaler Waldstreifen vorwärts. Während des Zweiten Weltkriegs baute die Armee hier eine Verteidigungslinie. Die Tobleronezacken aus Beton sowie ein entsprechender Lehrpfad säumen den Weg zum Genfersee. Linkerhand befindet sich auf dem Gelände der Villen von Napoleons Nachkommen ein Golfplatz. Nach einer kurzen Einkehr im Strandbistro von Promenthoux geht es das letzte Stück hoch zur welschen Dépendance des Nationalmuseums im Schloss Prangins.
Kurze Rundtour für Sonnenhungrige Nr. 2295
Riggisalp (Bergstation) • FR

Kurze Rundtour für Sonnenhungrige

Ausgangspunkt dieser beschaulichen Winterwanderung ist der Schwarzsee auf 1045 m ü. M. in den Freiburger Voralpen. Von dem dunklen Gewässer, das seinen Namen der Sage nach dem Riesen Gargantua zu verdanken hat, der seine dreckigen Füsse im Wasser gewaschen hat, ist im Winter jedoch nicht viel zu sehen. Eine weisse Eisschicht verbirgt den See. Wenn die Bedingungen stimmen, gleiten Schlittschuhfahrende über die glatte Fläche. Zudem befindet sich am Schwarzsee ein kleines, familienfreundliches Skigebiet. Davon profitiert auch diese Winterwanderung: Mit der Sesselbahn werden die rund 500 Höhenmeter bis zur Bergstation Riggisalp schwebend erklommen. Ab hier geht es kurz der Skipiste entlang leicht den Hang hinunter, doch schon bald biegt der präparierte Winterwanderweg ab und die Wintersportler und Wintersportlerinnen verschwinden zunehmend aus dem Sichtfeld. Stattdessen geniesst man nun eine fantastische Aussicht in Richtung Euschelspass, Gastlosen, auf die Bergkette des Breccaschlundes aber auch in Richtung Kaiseregg, Salzmatt und ins Unterland. Auf einer sonnigen Anhöhe führt der Weg zu einem Bergkreuz und schliesslich in einer Schlaufe zurück zum Bergrestaurant Riggisalp. Hier wartet das Fondue bereits auf seine Bestellung.
Felstürme in den Waadtländer Alpen Nr. 2287
Tête d'Aï • VD

Felstürme in den Waadtländer Alpen

Die Rundwanderung um den Tour de Famelon ist voller geologischer Sehenswürdigkeiten. Sie beginnt und endet am Tête d’Aï, den man von Leysin aus mit einem Sessellift erreicht. Eine Schotterstrasse führt zum Lac de Mayen, wo die gleichnamige Berghütte unter anderem Fondues und belgische Biere, aber auch Erzeugnisse vom Hof im Direktverkauf anbietet. Weiter geht es den Wegweisern nach in Richtung Tour de Famelon und linker Hand zum Lac Segray, am Fuss des Tour de Mayen. Nachdem man noch etwas Höhe gewonnen hat, geniesst man einen prächtigen Blick auf das Profil des Felsturms, den benachbarten Tour d’Aï und den Grat zwischen den beiden Gipfeln. Nächste Station ist Sur les Truex, wo sich ein überwältigendes Panorama öffnet. Dahinter erstreckt sich ein Karrenfeld, das an eine Mondlandschaft erinnert, mit zerklüfteten und teils scharfkantigen Karstformationen. Entsprechend ist Trittsicherheit gefragt und trotz der faszinierenden, durch jahrhundertelange Prozesse geformten Kulisse stets auf die Markierungen am Boden zu achten. Über das Karrenfeld gelangt man an den Fuss des Tour de Famelon und umrundet diesen – wer mag, erklimmt auch noch den Gipfel. Das steinige Terrain wird von Feldwegen abgelöst, und nach einer Stärkung im Chalet Les Fers geht es schliesslich zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung. Dieser letzte Abschnitt führt durch einen grossen Felskessel, der noch einmal beeindruckende Anblicke bietet – umso mehr, wenn Bäume, Sträucher und Moose in herbstliche Farben getaucht sind.
Inspirierende Weite am Genfersee Nr. 2274
Pully, Chenaulaz — Cully • VD

Inspirierende Weite am Genfersee

Im Roman «Lieblingstochter» von Sarah Jollien-Fardel spielt die Region um Lausanne eine wichtige Rolle. Hier fühlt sich die Protagonistin Jeanne frei und voller Lebensfreude und kann sich von ihrer bedrückenden Vergangenheit in einem Walliser Bergdorf lösen – wenn auch nicht ganz. Diese Wanderung führt zunächst durch den herbstlich verfärbten Wald Bois de la Chenaula mit eindrücklichen Felsblöcken von einem Bergsturz und dann durch grüne Villenquartiere weiter hinunter ans Ufer des Genfersees. Bei hohem Wellengang spritzt die Gischt stellenweise bis zum wassernahen Wanderweg. Nach Lutry führt die Route weg vom See und hoch zu den Rebbergen. Der folgende Abschnitt verläuft hauptsächlich auf Hartbelag. Unterwegs ist die milde Wärme der «drei Sonnen» spürbar, welche die Trauben in der Region Lavaux reifen lassen. Mit «drei Sonnen» sind die direkte Sonneneinstrahlung, ihre Rückstrahlung vom Genfersee und die gespeicherte Sonnenwärme in den Steinmauern gemeint. Im Herbst ziehen eindrückliche Starenschwärme durch die Rebberge auf der Suche nach übrig gelassenen Trauben. Die Aussicht zu den Savoyer und Walliser Alpen, die gelb leuchtenden Reben, das weiche Herbstlicht und die Weite des Genfersees geben Energie für neblige Herbsttage.
Auf dem Gratweg am Käsenberg Nr. 2271
Plasselb, Dorf — La Berra • FR

Auf dem Gratweg am Käsenberg

«Nach einem freien Tag sollte man nie arbeiten», steht auf einem Holztäfelchen bei einer liebevoll gestalteten Sitzgelegenheit auf der Muschenegg. Wer diesem Rat folgen möchte, nimmt einfach ein leichtes Zelt mit und checkt via Nomady online bei Norbert Bächler ein. Der Gastgeber der Alp Cousimbert des Particuliers bietet drei Zeltplätze auf der Wiese vor seiner Alphütte an. Die abwechslungsreiche Wanderung startet im Dorfkern von Plasselb und führt zunächst hinunter an das Ufer der Ärgera. Nach den ersten zwei Kilometern Einlaufen im Flachen kommt der anstrengendste Teil der Tour: Über die Weiden der Gross Schwand geht es in den Burgerwald und auf einem steilen Zickzackweg auf die Muschenegg. Oben wird der weitere Verlauf der Wanderung ersichtlich – der Käsenberg und der Gipfel des Zielorts La Berra rücken ins Panoramabild. Der nächste Aussichtspunkt bei der Chrüzflue lässt nicht lange auf sich warten. Weiter geht es im gemütlichen Aufwärtsschritt und immer wieder durch bewaldete Abschnitte zur Buvette du Gros Cousimbert. Der beliebte Ausflugsort begeistert bei guter Sicht mit einem Weitblick auf sieben Seen. Danach ist von Campierenden Aufmerksamkeit gefragt: Nach der Abzweigung zum Gipfel des Käsenbergs gilt es, Ausschau nach einem grossen Holzpfeil zu halten. Dieser ist auf dem breiten Grat in Richtung La Berra auf der linken Seite platziert und zeigt in Richtung Cousimbert des Particuliers, wo der Zeltplatz wartet. Wer die Wanderung ohne Übernachtung macht, folgt einfach dem offiziellen Weg nach La Berra, wo es mit dem Sessellift oder der Gondelbahn talwärts geht.
Abenteuer an der ursprünglichen Sense Nr. 2243
Zollhaus — Plaffeien, Dorf • FR

Abenteuer an der ursprünglichen Sense

Die Warme Sense hat ihren Ursprung im Freiburger Schwarzsee, die Kalte Sense im Berner Gantrischseeli. Bei Zollhaus vereinen sie sich und fliessen als Sense weiter. Von hier aus folgt ihr diese Wanderung talauswärts bis nach Plaffeien. Die Sense gehört zu den ursprünglichsten Gewässern nördlich der Alpen und ist ein ungestümer Fluss. Bei Gewittern kann sie mächtig Wasser führen. Äste und ganze Bäume, Kies und Steine, sogar Felsblöcke transportiert sie dann und lagert sie flussabwärts ab. Sie war darum früher eine wichtige Ressource für die Leute aus der Region, die hier Brenn- und Baumaterial fanden und natürlich auch Nahrung: Fische und Frösche. Heute ist die Sense geschützt. Sie ist ihrer natürlichen Dynamik überlassen. Diese Wanderung verläuft am Senseufer entlang und meistens im Wald. Ab Rufenen wird das Flussbett sehr breit, die Sense fliesst verästelt. Hier gibt es Zustiege zum Bachbett. Wer sich dort aufhält, sollte auf aufziehende Gewitter achten. Weiter flussabwärts hat sich die Sense tief in den Sandstein gefressen. Man sieht sie 20 Meter weiter unten fliessen. In ihrem späteren Lauf, unterhalb von Plaffeien, im unzugänglichen Sensegraben, wird sie dies sogar zwischen bis zu 100 Meter hohen Felsen tun. Auf diesem Wegabschnitt entlang der Sense gibt es stellenweise auch Schotter, den Gletscher und Fluss hinterlassen haben. Es ist instabiles Gelände. Brüch heisst das Gebiet: nomen est omen. Ab und an diktiert es einen Umweg. Statt geradewegs entlang der Sense zum Füllmattli und weiter zum Campingplatz zu gelangen, nimmt man dann den Weg via Fuhra. Weiter folgt diese Wanderung dem Dütschbach aufwärts. Wieder betritt man Wald und trifft nach ein paar Hundert Metern auf einen Wasserfall. Eine Tafel erklärt, wie er durch rückschreitende Erosion gebildet wurde. Der letzte Kilometer Weg führt über Wiesen und Weiden zum Dorf Plaffeien. Der Kirchturm weist den Weg.
Ursprüngliche und kultivierte Natur Nr. 2246
Dardagny, château — Satigny • GE

Ursprüngliche und kultivierte Natur

Das ländliche Genf überrascht mit seiner Vielfalt. Rebberge wechseln sich mit Feldern und schattigen Tälern ab, wie etwa auf der Wanderung von Dardagny nach Satigny. Diese beginnt gleich nach dem prächtigen Schloss – Sitz der Gemeindeverwaltung von Dardagny – mit einem Abschnitt auf Hartbelag durch den westlichsten der Genfer Weinberge. Unterwegs schweift der Blick über mit Rebstöcken bedeckte Hügel bis zum Salève und zur Jurakette. Nach einigen Schritten auf der Strasse Richtung Essertines führt auf Höhe der Bushaltestelle ein Pfad – Vorsicht: bei Nässe Rutschgefahr – in ein hübsches Tobel, gegraben vom Roulave. Der fröhlich plätschernde Bach schlängelt sich durch eine üppige Vegetation und mündet schliesslich in den Allondon. Dessen Tal ist eine Auenlandschaft von nationaler Bedeutung und ein Naturschutzgebiet. Weiter geht es dem bewaldeten Ufer des Allondon entlang, wo sich immer wieder schöne Plätzchen für eine Rast anbieten. Tafeln geben Auskunft über die lokale Tier- und Pflanzenwelt und darüber, wie man sie beobachten kann, ohne sie zu stören. Nächste Zwischenziele sind die – nur von aussen zu besichtigende – kleine, gegen 1300 erbaute Kapelle von Malval und das Naturzentrum mit interessanten Informationen zur Ökologie des Vallon de l’Allondon. Nach dem Passieren des kantonalen Campingplatzes windet sich der Weg durch das Waldgebiet der Grands Bois, mal am Ufer des Allondon, mal etwas darüber, bis zu Le Moulin Fabry. Ab hier prägen Felder die Landschaft, und auf einer asphaltierten Strasse wird Choully erreicht, ein Weiler über den malerischen Weinbergen von Satigny. Bald danach endet die Wanderung im Geschäftsviertel rund um den Bahnhof mit seinen modernen Gebäuden.
Uferwanderung entlang des Genfersees Nr. 2231
Morges — Lausanne, Siège du CIO • VD

Uferwanderung entlang des Genfersees

Die Wanderung beginnt an der Uferpromenade von Morges und endet an jener von Lausanne, doch dazwischen trifft man auf zahlreiche idyllische Badeplätze, die im Frühling zum Verweilen und im Sommer zum Schwimmen einladen, auf Muschel- und Sandstrände sowie naturnah gestaltete Pfade direkt am Ufer. Und natürlich ist da auch noch die grandiose Aussicht auf den sich blau ausbreitenden Genfersee. Morges besitzt eine hübsche Altstadt mit einem mittelalterlichen Schloss aus dem 13. Jahrhundert, in dem sich heute fünf Museen befinden: das Waadtländer Militärmuseum, das Schweizer Zinnfigurenmuseum, das Artilleriemuseum, das Museum der Waadtländer Gendarmerie und das Paderewski-Museum. Zudem findet in Morges jeweils von April bis Mai das weitherum bekannte Tulpenfest statt, bei dem über 140 000 Tulpen von 350 verschiedenen Sorten im Parc de l’Indépendance hinter dem Schloss blühen. Vom Bahnhof Morges gelangt man innert Kürze auf den Wanderweg und somit ans Ufer des Genfersees. Bei gutem Wetter geniesst man von hier aus direkte Sicht auf den weissen Gipfel des Mont Blanc, des höchsten Bergs der Alpen. Auf Hartbelag führt die begrünte Uferpromenade bis zum Parc de Vertou. Ab hier beginnt ein unbefestigter Pfad, der durch Schatten spendende grüne Baumtunnel schleicht und an zahlreichen hübschen Badeplätzen vorbeiführt. An manchen Stellen befinden sich am Ufer ausschliesslich Muscheln. Was auf den ersten Blick begeistert, ist auch kritisch zu sehen: Die invasive Quaggamuschel breitet sich seit einigen Jahren im Genfersee aus und bedroht die einheimische Tier- und Pflanzenwelt. Gediegene Villen verbergen sich mal mehr, mal weniger gut hinter Büschen und Zäunen, bis die Kirche Saint-Sulpice erreicht ist. Von hier an nimmt der Hartbelaganteil wieder zu. Besonders schön sind der Wegabschnitt kurz vor Les Pierrettes sowie die Überquerung der Chamberonne, bevor die Uferwanderung am Sandstrand von Vidy endet.
Entlang der Saane und umgeben von den Freiburger Voralpen Nr. 2220
Gruyères — Bulle • FR

Entlang der Saane und umgeben von den Freiburger Voralpen

Diese Wanderung verbindet das mittelalterliche Städtchen Gruyères und die Stadt Bulle. Die Tour bietet eine Mischung aus historischem Erlebnis, Stadtwandern und Idylle entlang der Saane. Gruyères erreicht man über einen kurzen, aber steilen Fussmarsch vom Bahnhof Gruyères aus. War man noch nie in diesem pittoresken Städtchen, lohnt es sich, für dessen Besichtigung etwas Zeit einzuplanen. Reicht die Zeit dafür nicht, sollte man zumindest die wunderbare Aussicht vom Schloss aus geniessen. Nach diesem historischen Erlebnis und dem steilen Abstieg steht die Überquerung der «Pont qui branle» – der wackeligen Brücke –, die eigentlich gar nicht wackelt, an. Durch die kleinen Brückenfenster kann man Blicke auf die Freiburger Voralpen erhaschen. Es geht weiter entlang der Saane durch ein erfrischendes Waldstück. Die Durchquerung von Broc erfolgt auf kleinen Strässchen, bevor es weitergeht in ein grösseres Waldgebiet vor Bulle. Durch Bulle hindurch schlängelt sich der Weg um das Schloss herum und durch die Gassen der Stadt, bevor die Wanderung am neu erstellten Bahnhof endet.
Durch den Viadukt von Fribourg wandern Nr. 2198
Fribourg/Freiburg Poya — Düdingen, Staumauer/Camping • FR

Durch den Viadukt von Fribourg wandern

Diese Wanderung erlebt man ohne Zweifel mit allen Sinnen: Wer den Eisenbahnviadukt von Grandfey betritt, während gleichzeitig ein Zug darüberfährt, spürt den Boden unter den Füssen beben. Und es rumpelt gewaltig von der Decke her. Der Wanderweg führt nämlich durch eine Arkadengalerie direkt unter den beiden Gleisen hindurch. Die Brücke wurde im 19. Jahrhundert gebaut, nachdem der Bund entschieden hatte, dass die Eisenbahnachse von Genf an den Bodensee über Fribourg führen sollte. Dazu musste das 80 Meter tiefe Tal der Saane nordöstlich der Stadt überwunden werden. Mit der Elektrifizierung des Schweizer Schienennetzes wurde die Brücke in den 1920er-Jahren dann mit Betonbögen verstärkt. Dass dabei das Metallgerüst der ersten Brücke für den Bau der zweiten wiederverwendet wurde, galt damals als technische Meisterleistung. Hat man die Brücke passiert, geht man links Richtung Schiffenen. Der Weg führt fortan immer nahe am Ufer des gleichnamigen Sees entlang. Mit einem Blick zurück kann das ästhetische Viadukt von Weitem nochmals gewürdigt werden, bevor es dann – flankiert von den steilen Molassefelsen am anderen Seeufer – Richtung Magdalena-Einsiedelei geht. Zwei Eremiten haben dort von 1680 bis 1708 grosse Höhlen in den Sandstein gehauen, die im Sommer besichtigt werden können. Bald erreicht man das Stille Tal bei Düdingen, einen idyllischen Ort für eine Rast. Feuerstellen wie auch eine originelle Doppelrutschbahn finden sich auf dem Weg zur Seebucht. Etwas weiter steht das Konzertlokal Bad Bonn. Sein Name erinnert an das Kurbad, das mit dem Bau der Staumauer Schiffenen in den 1960er-Jahren geflutet worden ist. In Allenlüften kann im Hofladen eine Glace gekauft werden, bevor es weiter Richtung Schiffenen und zum dortigen Camping geht.
Über die Höhen zum Schloss Chillon Nr. 2145
Villeneuve VD — Veytaux, château de Chillon • VD

Über die Höhen zum Schloss Chillon

Seit 2013 eilt Pascal Bourquin im Laufschritt kreuz und quer durch die Schweiz. Das Ziel seines Projekts «La vie en jaune» ist ebenso einfach wie ehrgeizig: sämtliche Wanderwege des Landes abzugehen, ob gelb, weiss-rot-weiss oder weiss-blau-weiss markiert. Die Route von Villeneuve über die Höhen um En Sonchaux bis zum Schloss Chillon ist seines Erachtens durchaus repräsentativ für die Vielfalt des Schweizer Wanderwegnetzes, vereint sie doch harte und weiche Beläge, Pfade und Strassen sowie natürliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten. Die Wanderung beginnt beim Bahnhof von Villeneuve gleich mit einem Anstieg. Nach den letzten Häusern schlängelt sich ein steiler Weg durch den Wald hinauf bis nach En Sonchaux, wo sich ein prächtiger Ausblick auf den Genfersee bietet. Die letzten 150 Höhenmeter sind leider auf einer asphaltierten Strasse zu überwinden, doch die Mühe lohnt sich: Der Genuss eines Stück Kuchens auf der Sonnenterrasse der Auberge de Sonchaux erfreut Augen und Magen gleichermassen. Wieder hinab geht es zunächst auf der gleichen Strasse wie auf dem Hinweg und danach auf einem Waldweg bis nach Veytaux. Gleich unterhalb des Dorfs liegt das Schloss Chillon, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Schweiz und das Ziel der Wanderung. Nach seiner Besichtigung kann ab der Bushaltestelle «Veytaux, château de Chillon» die Heimreise angetreten oder der Wandertag mit einem Spaziergang dem Seeufer entlang bis nach Villeneuve oder Montreux abgerundet werden.
Auf verschlungenen Pfaden Nr. 2136
Bière — Yens • VD

Auf verschlungenen Pfaden

Wenn die Bäume, Sträucher und Blumen zu blühen beginnen, ist es im Arboretum du Vallon de l’Aubonne am schönsten. Es wurde 1968 gegründet und erstreckt sich über eine Fläche von 130 ha. Über 3000 Sorten Bäume und Sträucher aus aller Welt, die sich in der Gegend zwischen Jura und Genfersee akklimatisiert haben, kann man in diesem Park bestaunen. Es lohnt sich, genügend Zeit einzuplanen und das Picknick im Arboretum zu geniessen. Dafür stehen viele Tische und Bänke zur Verfügung. Didaktische Pfade führen durch das Gebiet, sodass auch Wissenshungrige gesättigt weiterwandern. Nachdem man den Ausgangsort Bière verlassen hat, schlängelt sich der schmale Wanderweg durch den Wald. Ab und zu kommt man der Aubonne nahe, jedoch führt die Route immer etwas oberhalb des Flusses in Richtung Yens. Ein Abschnitt der Strecke ist wegen Erosion umgeleitet. Dies tut der Wanderung aber keinen Abbruch – man kommt sogar in Burgdorf vorbei (Sie werden sehen!). Nach dem Arboretum sind es noch einige Kilometer, die grösstenteils auf Hartbelag zurückgelegt werden müssen. Die Wanderung sollte deshalb nicht bei zu hohen Temperaturen gemacht werden. In Yens steigt man wieder in den Zug nach Morges und hängt auf der gemütlichen Fahrt den schönen Eindrücken nach.
Waadtländer Bergwinter Nr. 2112
Col de Bretaye • VD

Waadtländer Bergwinter

Der Zug lässt Meter um Meter die Zivilisation hinter sich, je höher er sich emporwindet, bis zum Col-de-Bretaye, wo er in eine aufgeregt fröhliche Wintersportwelt eintaucht. Diese Schneeschuhwanderung zum Lac des Chavonnes aber verspricht stille Natur. Sobald das Mayen Morgex und die Piste des Petit-Chamossaire gequert sind, ist man in einer einsamen Winterwelt, und spätestens am Lac des Chavonnes erliegt man ihrem Reiz. Es ist der grösste der vier Bergseen am Col-de-Bretaye, die dem tonigen Untergrund geschuldet sind. Im Hochwinter legen die Berge kalte Schatten auf das Eis. Doch im gleichnamigen Hôtel-Restaurant ist es warm, und die gepflegte Speisekarte lockt. Weiter geht es auf schmalem Pfad dem Ufer entlang und dann in der Sonne hinauf zur Alpstrasse. Man folgt ihr bis zum Sattel Pt. 1795. Er trennt das Becken des Lac des Chavonnes von der nächsten Geländekammer. Der Schneeschuhtrail zweigt hier nach rechts ab auf den Rückweg. Zurück auf dem Col-de-Bretaye, bleibt hoffentlich vor der Rückfahrt Zeit, die grandiose Aussicht zu geniessen. Sie reicht von den Waadtländer Alpen, mit Les Diablerets und dem Grand Muveran, bis zum Mont-Blanc-Massiv mit seinen spitzen Bergen und mittendrin der weissen Kuppe, seiner Majestät, dem Mont Blanc, dem höchsten Berg der Alpen.
Rundgang auf der Corbetta Nr. 2100
Les Paccots, Les Rosalys — Les Paccots, Ermitage • FR

Rundgang auf der Corbetta

Leistung und Ertrag stehen in einem Top-Verhältnis: eine gute Stunde rauf, eine zweite runter. Dazwischen viel Aussicht und ein 5000 Jahre altes Bergseelein. Am Ziel serviert das traditionelle Restaurant Le Tsalè etwa Fondue moitié-moitié oder Meringues mit Crème double. Wer am Bénichon-Sonntag im Oktober zu Gast ist, wird mit einem traditionellen Festtagsessen verwöhnt. Die Wanderung beginnt an der Bushaltestelle Les Rosalys in Les Paccots. In der ersten halben Stunde geht es vorbei an Chalets und dem Hotel Les Rosalys in den Wald hinein und über treppenförmige Wurzeln hinauf nach Les Joncs. Vom Parkplatz des kleinen Skigebiets ist der Lac des Joncs nur wenige Minuten entfernt. Der kleine Bergsee bietet seltenen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause. Rechts des Sees beginnt die Rundwanderung zum Gipfel der Corbetta (Circuit par les crêtes). Der steile Aufstieg verläuft mitten über eine Wiese. Rundherum thronen die Gipfel des Teysachaux, des Moléson oder der Dent de Lys. Teilweise sieht man gar bis zur Bergkette der Dents du Midi. Oben angekommen, bietet sich auf der anderen Seite ein Szenenwechsel: Das Auge schweift nun über die Landschaft zwischen Genfer- und Neuenburgersee. Auf 1400 Metern Höhe, dem höchsten Punkt der Corbetta, lädt ein Picknickplatz zur Rast ein. Danach verläuft der Abstieg über Wiesen via Lac des Joncs wieder zum Parkplatz von Les Joncs. Der letzte Abschnitt hinunter zur Bushaltestelle «Les Paccots, Ermitage» führt über Asphalt. Alternativ kann auf der Höhe des grossen Spielplatzes auf den Weg mit Holzschnitzeln ausgewichen werden, der direkt zum Restaurant Le Tsalè führt.
In den Freiburger Voralpen Nr. 2097
Jaun, Dorf — Riggisalp • FR

In den Freiburger Voralpen

Diese Alpinwanderung in den Freiburger Voralpen überschreitet nicht nur einen Gipfel, sondern auch eine Kulturgrenze. Sie führt über den Gros Brun, zu Deutsch Schopfenspitz, vom oberen französischsprachigen Greyerz in den deutschsprachigen Sensebezirk. Ausgangspunkt ist Jaun in der Vallée de la Jogne. Vor Hunderten von Jahren aus dem Diemtigtal besiedelt, ist dieses oberste Dorf bis heute eine deutschsprachige Enklave. Von der Busstation geht es zwischen Holzchalets, die an das Diemtigtal erinnern, steil den Berg hinauf. Kurz nachdem die Route das Dorf verlässt, zweigt der Weg nach links ab und steigt zur Alp Untere Jansegg auf. Die Freiburger Voralpen sind steil, bis weit hinauf gibt es Matten, ganz oben sind sie fast senkrecht, felsig, kahl. Der Weg ist ab Punkt 1476 denn auch weiss-blau-weiss ausgeschildert. Er steigt zum gerölligen Hochtal Maischüpfen auf. Die Welt scheint hier stillzustehen, wenn da nicht ab und zu das Rieseln von Steinen zu hören wäre. Über eine mit Seilen gesicherte Passage erreicht man eine Schafweide und kurz darauf den Gipfel des Schopfenspitzes. Der Alpbogen vom Mont-Blanc bis zum Tödi breitet sich vor einem aus: einfach prächtig! Im Abstieg führt diese Wanderung durch den Breccaschlund. Steil und geröllig geht es zur Alp Combi und weiter am Fuss von Fochsen- und Spitzflue entlang dem Breccaschlund hinaus bis zur Alp Stierenberg. Die Landschaft wird nun sanfter. Man durchwandert sie ab der Alp Stierenberg via die Alp Untere Euschels bis hinüber zur Riggisalp. Vom Bärghuus Riggisalp fährt eine Sesselbahn zum Schwarzsee hinunter, was 400 Höhenmeter Abstieg erspart.
Aussichtsreiche Höhen in den Freiburger Voralpen Nr. 2093
St. Silvester, Dorf — Plasselb, Dorf • FR

Aussichtsreiche Höhen in den Freiburger Voralpen

Auf dieser Wanderung kann man erleben, dass auch in den Voralpen extreme Wetterereignisse wie Sturm und Starkniederschlag Schäden verursachen können. Einige Wanderminuten nach St. Silvester quert der Wanderweg eine grosse Weide mit Mutterkühen, die sich Wanderer gewohnt sind und ruhig weiterfressen. Nach Gross Schwand leitet ein mehr oder weniger deutlicher Pfad über die Weiden in den blockreichen Wald am Fuss der Chrüzflue. Umgestürzte Bäume zeugen von früheren Stürmen. Sorgfältig in den steilen Hang gebaute Stufen und an exponierten Stellen angebrachte Kabel leiten sicher hoch auf den breiten Rücken der Chrüzflue. Alte Wegspuren zeigen, dass der Wanderweg schon mehrmals von der dem Wetter ausgesetzten und entsprechend erosionsanfälligen Abbruchkante im Westen weg verlegt werden musste. Im Osten ist an einem Gegenhang auch der grosse Hangrutsch bei Falli-Hölli zu sehen, bei dem 1994 eine ganze Ferienhaussiedlung zerstört wurde. Der Gipfel der Chrüzflue bietet Sitzgelegenheiten, eine Feuerstelle und lohnende Aussicht. Der Abstieg hinunter zur Ärgera ist stellenweise etwas steil und holprig. Der Wanderweg ist in sicherem Abstand zum Bachbett angelegt. Geröll und Geschiebe am Ufer zeigen, wie wild die Wassermassen der Ärgera nach starken Niederschlägen toben können.
Verdauungsspaziergang im ländlichen Genf Nr. 2048
Bernex, Lully croisée — Cartigny • GE

Verdauungsspaziergang im ländlichen Genf

Ausgangspunkt dieser Genusswanderung vor den Toren von Genf ist eine Adresse für Gourmetfans: das «Les Curiades» in Bernex. Von der Bushaltestelle «Bernex, Lully croisée» geht es zum Parkplatz beim Kreisel und von dort in das Gässchen von Vieux-Lully, das direkt zum charmanten Gasthaus führt. Dieses ist für seine gehobene Terroir-Küche und feine Patisserie bekannt. Das Team um den gebürtigen Belgier und Chefkoch Pascal Cloetens wechselt alle zwei Monate die saisonale Speisekarte. Der Verdauungsspaziergang nach Cartigny beginnt an der Hauptstrasse oberhalb des Restaurants. Auf dem Chemin de l’Aligoté und zwischen Rebbergen steigt man zum Chemin des Curiades auf, wo man auf den ausgeschilderten Wanderweg nach Bernex trifft. Ein empfehlenswerter Abstecher ist der Signal de Bernex wenig später. Die Aussicht von hier reicht über den ländlichen Zipfel des Kantons Genf unweit der französischen Grenze bis zur Stadt Genf. Gar den Jet d’Eau kann man in der Ferne erkennen. Wieder auf dem Wanderweg, geht es hinunter zur Kirche von Bernex. Ab hier folgt man den Wegweisern nach Aire-la-Ville – zunächst durchs Quartier, dann querfeldein. Dabei ist Aufmerksamkeit gefragt, um den Wegweiser nicht zu verfehlen, der links über das Feld in den gegenüberliegenden Wald weist. In Aire-la-Ville fädelt der Weg auf den Sentier du Rhone in Richtung La Plaine ein. Er quert das Naturschutzgebiet «Moulin de Vert». Schon bald zeigt sich die Rhone. Vorbei an einem jahrhundertealten Kastanienbaum und über einen historischen Weg, endet der Spaziergang schliesslich an der Bushaltestelle in Cartigny.