Avers, Juf — Mulegns • GR

Steinreiche Wanderung über die Fallerfurgga

Die Schweizer Alpen sind ein vergleichsweise junges Gebirge und ein überaus komplexes Gebilde aus Gesteinen verschiedener Herkunft. Im Laufe der Zeit wurden die Gesteine verfaltet, zerschert und vielerorts wie in einem Ofen verflüssigt und umgeformt. Einer der spannendsten Orte, diese Vielfalt an Gesteinen und Strukturen zu sehen, ist die Fallerfurgga zwischen Juf und Bivio im südwestlichen Graubünden. Vom Startpunkt Juf geht es anfänglich durch weite Wiesen und Weiden hoch zum Stallerberg-Pass. Auf dem weiteren Anstieg an den pittoresken Flüeseen vorbei hoch zur Fallerfurgga wird die Vegetation immer spärlicher, und die ganze Gesteinsvielfalt liegt einem nun zu Füssen. Das Gebiet des Mazzaspitzes linkerhand besteht vor allem aus Serpentinit, Kalk, Tonschiefer und Metabasalt. Der Piz Surpare auf der rechten Seite ist noch vielfältiger: Hier findet man Metarhyolithe, Radiolarite, Dolomite, Tonschiefer, Phyllite und Serpentinite. Stundenlang könnte man hier eine Sammlung von Steinen mit den schönsten Farben, eigentümlichsten Formen und rätselhaftesten Strukturen zusammenstellen. Vom Pass geht es über grobes, aber unschwieriges Geröll hinab durch das lang gezogene Val Bercla. Wer ein ruhiges und idyllisches Plätzchen für eine längere Pause sucht, kann – falls der Bach nicht zu viel Wasser führt – auf 2500 Metern links abzweigen und erreicht über einfaches und wegloses Gelände den Lai Neir. Nach etwa 900 Metern Abstieg von der Fallerfurgga erreicht man Faller, mit ebenen, saftig grünen Wiesen und dem kleinen Weiler Tga. Schliesslich steigt man auf Wanderwegen und Waldstrassen durch das Val da Faller hinab zur Postautostation in Mulegns.

Information

Hotel Bergalga in Juppa, 081 667 11 68, bergalga.ch

Hotel Avers in Juppa, 081 650 88 00, hotel-avers.com

Pension Edelweiss in Juf, 081 667 11 34, avers-juf.ch

Gasthaus Alpenrose Juf, 081 667 11 99, gasthaus-alpenrose-juf.com

Wanderung Nr. 2360

Publiziert 2026 ‒ Präsentiert von Schweizer Wanderwege

Heinz Staffelbach

Wanderroute

Avers, Juf
0:00
0:00
Stallerberg
1:20
1:20
Flüeseen
1:45
0:25
Fallerfurgga / Fuorcla da Faller
2:20
0:35
Tga
4:15
1:55
Mulegns
5:25
1:10
Details zu Wegoberfläche und Kategorie auf dem Höhenprofil

Wandervorschläge

Vom Bergell nach Bivio Nr. 1891
Casaccia, Villaggio — Bivio • GR

Vom Bergell nach Bivio

Auf dieser Wanderung folgt man den Spuren von Kolumban. Der Mönch war im Mittelalter zusammen mit anderen Mönchen von Irland nach Italien gepilgert, unter anderem durch die Schweiz. Seit 2020 gibt es auch hierzulande einen Kolumbansweg, und diese Wanderung verläuft zur Hälfte auf ihm. Sie beginnt im Bergell, im kleinen Dörflein Casaccia. Insgesamt stehen 800 Höhenmeter bis auf den Septimerpass an. Der Weg ist sehr sorgfältig und angenehm ausgebaut, zuerst mit tiefen Stufen, dann oft auf ehemaligen Säumerstrassen, deren in die Jahre gekommenen Pflästerungen auch optisch ansprechend sind. Es folgt ein flacheres Stück entlang des Baches Maira, bevor man weiter das Tälchen der sich als Wasserfall zeigenden Aua da Sett hinaufsteigt. Bald wird es flacher, der Weg ist auch hier gut ausgebaut, was aber oft auch Biker anzieht. Auf dem Septimerpass, wo es eine Tafel zu Ehren von Kolumbans gibt, verlässt man die Route der Biker und damit auch Kolumbans Spuren, die geradeaus durchs Tal Tgavretga nach Bivio führen. Der schmale Weg verläuft nun vorbei an den malerischen Leg da Sett und durch Bergwiesen mit Alpenblumen und Bächlein auf die Forcellina. Auf dem steinigen Pass sieht man mit Glück Steinböcke. Nun geht es weiter ins Tal Juferalpa mit Aussicht auf das Dorf Juf. Bald biegt man rechts ab auf die Fuorcla da la Valletta, um eine Viertelstunde später auf den Leg Columban zu treffen. Sein Wasser ist klar, er erscheint je nach Sonneneinstrahlung blau oder grün – ein schöner Ort für eine Rast, bevor der Abstieg durchs Valletta da Beiva ansteht. Der Bach führt durch eine Schlucht, dann friedlich auf Bivio zu.
Spektakuläre Höhenwanderung durchs Bergell Nr. 1779
Casaccia, Villaggio — Soglio, Villaggio • GR

Spektakuläre Höhenwanderung durchs Bergell

Die Kastanie ist untrennbar mit dem Bergell verbunden. Die Römer brachten sie vor 2000 Jahren ins Bündner Südtal. Heute machen die Bergeller aus ihr so feine Sachen wie Kuchen, Brot, Honig und Teigwaren. Ein ordentliches Stück Kastanienkuchen verträgt, wer sich an die siebenstündige Tour von Casaccia durchs Val Maroz und Val da Cam nach Soglio wagt. Es locken eine nahezu unberührte, archaische Berglandschaft, ein verträumtes Seelein, weite Hochtäler und der Panoramablick auf Badile, Cengalo, Bondasca, Sciora und Co. Wie eine Trutzburg stehen die Bergeller Bergspitzen da. Steil, dunkel und abweisend. Eine unvergessliche Kulisse. Die Wanderung verlangt von Anfang an vollen Einsatz. Steil ist der Direktanstieg über der Schlucht des Wildbachs Maira nach Maroz Dora, wo die steinerne Bogenbrücke ein hübsches Fotosujet abgibt. Vorbei an der Alp Maroz Dent mit der fünfeckigen Steinmauer erklimmt man das Val da Cam, das einen mit einer Reihe lebensgrosser Steinmänner empfängt. Bis Plan Lö ist Genusswandern im weiten Hochtal angesagt, danach fordert der Weg die Aufmerksamkeit. Schmal und manchmal ausgesetzt ist der Pfad der Südflanke des Piz Duan entlang: Runsen werden gequert und steile Hänge durchstiegen. Dafür hat man nahezu das ganze Bergell im Blick. Auf Cadrin dann die Ernüchterung. Nach fünf Wanderstunden warten zwei weitere zum Abstieg nach Soglio. 1000 Höhenmeter. Und zwei hübsche Alpweiler, die zur Rast laden, bevor im letzten Licht das Dorf erreicht ist, das mit seinen engen Gassen und typischen Steinhäusern Künstler inspiriert und Besucher verzaubert.
Wurstwandern Nr. 0610
Maloja — Casaccia • GR

Wurstwandern

Der Wanderweg führt direkt an seinem Hof vorbei. Doch man muss von ihm wissen, muss das kleine Schild an Renato Giovanolis Haus erkennen, auf dem geschrieben steht, was hier zu finden ist: Schinken, Coppa, Salami, Speck, Bündnerfleisch und Engadiner Brat- und Leberwürste. Am bekanntesten jedoch ist Renato Giovanoli für seine Salsiz. Hat man Glück, steht er, wenn man an die grosse Tür klopft, dahinter, in seiner Werkstatt, in der Wursterei. Auf dem Tisch liegen gewaschene Därme, die Wurstmischung für die Salsiz steht bereit: zwei Drittel Schwein, ein Drittel Rind, Salz, Pfeffer, Wein und Gewürze – welche, ist sein Geheimnis. Eines, das er von seinem Grossvater mitgenommen hat, der die Metzgerei aufbaute, als Ende des 19. Jahrhunderts der Tourismus im Engadin ankam und in Maloja Graf Renesse das Palace Hotel hochzog. Salsiz, die geräucherten Bündner Trockenwürste, sind das beste Picknick für die Wanderung zum Piz Lunghin. Um sicherzugehen, dass Renato Giovanoli Würste auf Vorrat hat, ist es ratsam, vorher anzurufen. Hinter seinem Hof im Weiler Pila geht der Weg steil den Hang aufwärts. Der Blick zurück besticht mit der Sicht über den Silsersee und auf die dahinterliegenden Gletscherberge. Beim Lägh dal Lunghin ist der grösste Teil des Aufstiegs geschafft. Über Sand- und Geröllhänge geht es den Markierungen entlang zum Pass Lunghin, wo der Inn entspringt, wo aber auch Julia und Mera ihren Ursprung haben – der Pass ist Wasserscheide, und die drei Flüsse fliessen je in ein anderes Meer. Ein kurzes Stück folgt der Weg Zuflüssen von Julia und Mera zum Septimerpass. Von dort geht es auf dem alten Säumerweg nach Casaccia, dem obersten Dorf im Bergell.
Gärten Nr. 0504
Preda — Soglio • GR

Gärten

Zu historischer und kultureller Bedeutung kam das Bergeller Bergdorf Soglio dank der Macht und dem Einfluss der Familie von Salis, die auf den Terrassen über dem engen Tal ihren Stammsitz errichtete. Von dem Glanz der alten Herrschafts~ familie zeugt die Casa Battista, die heute unter dem Namen Palazzo Salis als Hotel geführt wird. 1701 baute die aristokratische Familie das Herrenhaus in einen barocken Palazzo um und liess den Garten als prunkvolle Anlage gestalten: Von hohen Buchshecken umschlossene Blumenwiesen zwischen symmetrisch angeordneten Wegen – ein schmucker Barockgarten, wie man ihn kaum in dem rauen Bergklima erwarten würde. Direkten Zugang vom Palazzo bietet eine herrschaftlich über die Dorfgasse geschwungene Treppe. Über eine seitliche Pforte wird dem heutigen Fussvolk am Nachmittag Zutritt gewährt. Schon im 15. Jahr~ hundert hatte die Familie von Salis im Val Madris Land erworben. Über den Prasignolapass auf gut 2700 Metern Höhe liess sie ihr Vieh auf die Alpen hinter dem Bergkamm treiben. Die Wanderung nimmt den umgekehrten Weg. Drei zusätzliche Wanderstunden spart, wer sich von Cröt aus mit dem Privattaxi nach Preda fahren lässt. Bis zu der Alp Sovräna im hintersten Val Madris verläuft der Weg noch nahezu eben. Danach geht es steil bergauf. Gut markiert ist die Abzweigung über den Bach in das Val da la Prasgnola. Auf der Passhöhe angelangt, fällt der Blick auf die Dächer von Castasegna in 2000 Meter Tiefe. Von dem historischen Alpweg zeugt die aufwändig gebaute Steintreppe «il Trapet»: der wohl spektakulärste – und zugleich anstrengendste – Zustieg ins Bergell.

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Graubünden Südostschweiz Bergwanderung Sommer Bergseenwanderung hoch T2

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