Ollon VD — Le Bévieux • VD

Durch die Kastanienselven im Chablais

In einigen Bergregionen waren Edelkastanien früher die Hauptnahrungsquelle. Nun werden die Hochstammanlagen – auch Selven genannt, von lateinisch «silva» für «Wald» – wieder vermehrt gepflegt und aufgeforstet. Gegen Ende Oktober fallen die reifen Früchte, beispielsweise auf der Wanderung von Ollon nach Bévieux. Von Grün über Gelb und Orange bis Tiefrot: Sobald man aus dem Dorf Ollon tritt, liegen einem die Rebberge zu Füssen, und es öffnet sich der Blick übers Rhonetal. Danach führt der Weg durch einen Wald, am Rand geschnitzte Holzfiguren. Da mischen sich zum ersten Mal stachelige Kugeln und längliche gezackte Blätter in die Eichen- und Buchenblätter – der erste Kastanienbaum. Am Himmel kreisen zahlreiche Gleitschirme. Der Weiler Antagnes erstreckt sich entlang der Hauptstrasse, moderne Glashäuser mit Pool reihen sich an schwarzbraunes Holz alter Bauten. Nach einer erneut malerischen Passage durch die Rebberge folgt der Talgrund und etwas weiter hinten befinden sich die Salzminen von Bex. Die Minen können mit einer geführten Tour erkundet werden, im Shop gibt es weisses Salz – und schwarzen Kaffee. Nach einem kurzen Aufstieg öffnet sich der Blick auf eine Kastanienselve: Neben alten, knorrigen Bäumen stehen mittelgrosse und auch sehr junge, frisch gesetzte Pflanzen mit Stützpfosten. Verschiedene Gemeinden im Chablais sind an Aufforstungsprojekten beteiligt, der Kanton Waadt unterstützt den Erhalt und die Pflege des Kastanienanbaus. Aber Achtung: Die Bäume sind Privatbesitz, das Sammeln in grossen Mengen ist nicht erlaubt. Der Weg führt weiter hoch nach Fenalet-sur-Bex. Der alte Dorfkern besteht aus Holzhäusern mit liebevoll gepflegten Nutzgärten und hübschen Lauben für das Savoir-vivre. Ein drittes Mal durchwandert man Reben, diesmal auf einem steilen Weg aus Hartbelag. Nach einer kurzen Waldpassage erreicht man das Tagesziel Le Bévieux, den heutigen Hauptstandort der industriellen Salzgewinnung.

Information

Restaurant Hôtel de Ville, Ollon, 024 499 19 22, hotel-restaurant-ollon.ch

Mines de Sel de Bex, 024 463 03 30, mines.ch

Wanderung Nr. 2355

Publiziert 2026 ‒ Präsentiert von Schweizer Wanderwege

Mia Hofmann

Wanderroute

Ollon VD
0:00
0:00
Antagnes
1:00
1:00
Mines de Sel de Bex
1:30
0:30
Fenalet-sur-Bex
1:55
0:25
Le Bévieux
2:30
0:35
Details zu Wegoberfläche und Kategorie auf dem Höhenprofil

Wandervorschläge

In den Waadtländer Alpen Nr. 1339
Col de la Bretaye — Col de la Croix • VD

In den Waadtländer Alpen

In den Waadtländer Alpen verkehren insgesamt vier Schmalspurbahnen. Die bekannteste ist die Golden Pass-Line, die von Montreux nach Lenk fährt. Nicht weniger spektakulär sind die drei anderen Bahnen, die von Aigle oder Bex aus in die Berge führen. Jene ab Bex dient zur Anreise für diese Wanderung: Sie tuckert über Villars bis auf den Col de Bretaye und bedient sich dazu mehrmals des Zahnrades. Ab Villars führt die Bahn gar einen einfachen Cabriolet-Wagen. Auf dem Col de Bretaye empfiehlt sich als Erstes eine Pause oder ein Picknick am Lac de Bretaye und am Lac Noir, denn die hübsche Zahnradbahn zieht auch viele Ausflügler an, die - kaum angekommen - alle ins Restaurant am malerischen Lac des Chavonnes pilgern. Ist man aber an dem See vorbei, sind nur noch wenige von ihnen unterwegs. Der Bergwanderweg klettert nun hoch nach Vy Boveyre, Heidelbeeren versüssen im Sommer die rund hundert Höhenmeter. Es folgt eine weniger anstrengende Partie, leider auf Asphalt, bevor der Weg wieder ansteigt auf L’Encrène, wo man eine tolle Rundumsicht hat. Dann steht der Abstieg durch eine Flanke an, vorbei an den Gipspyramiden und auf den Col de la Croix. Hier bildete sich vor über 200 Millionen Jahren, in der Trias, Gips, später legten sich Schichten von Sandstein, Mergel und Kalk darüber. Während der Alpenbildung kam der Gips wieder zum Vorschein. Wasser und Wind formten schliesslich im Laufe der Zeit die spitz zulaufenden Gesteinsformationen. Ebenso Zeugen der eindrucksvollen Geologie sind die Dolinen, die es rund um den Pass zu entdecken gibt.
Auf dem Weg des Salzes bei Bex Nr. 1329
Plambuit — Le Bévieux • VD

Auf dem Weg des Salzes bei Bex

L’or blanc – das Salz! Das weisse Gold war früher ein höchst kostbares Gut, das man mit allen Mitteln zu verteidigen suchte. Vielerlei Wissenswertes erfährt man auf dem Sentier du Sel bei Bex. Der Lehrpfad ist ein Meisterstück an kurzweiliger Didaktik. Auch die P’tit Loups, neugierige Spitzbuben und Spitzmädchen, kommen hier voll und ganz auf ihre Rechnung. Ebenso kurzweilig ist die Wanderung. Deren Ausgangspunkt, die Bahnstation Plambuit, erreicht man mit dem Zug ab Aigle Richtung Les Diablerets. Von hier geht es durch Weiler, Wälder und Weinberge nach Bex. Von Plambuit führt der Weg zum Gutshof Salines, einst Geschäftssitz einer der Salinen, wo kein Geringerer als Albrecht von Haller als Direktor waltete, dieser Schweizer Universalgelehrte aus der Zeit der Aufklärung. Weiter geht es zum Weiler Panex und von hier durch den Bois de Confrêne nach Glutières. Nun an einem Hunderte Jahre alten Kastanienbaum vorbei nach Antagnes und an die Gryonne. Von Les Dévens führt der Weg durch den Wald Richtung West nach Le Bévieux, dem heutigen Produktionsstandort der Salzminen von Bex. Das Salz wird einige Kilometer von hier im Berg gewonnen. Die Rückkehr erfolgt ab Bahnstation Le Bévieux. Auf dem Sentier du Sel erfährt der Wanderer auch, wieso der Begriff «Salz des Lebens» seine Berechtigung hat. Rund sechs Gramm braucht jeder Mensch täglich davon. Das Salz gehört mit dem Käse fest zur Schweiz. «Sans sel pas de Suisse» heisst deshalb eine weitere Erkenntnis des Sentier du Sel. Salz hat auch magische Kräfte: Es macht Männer männlich und vermag Geister zu vertreiben. Noch nicht davon überzeugt, wie wichtig das Salz im Leben der Menschen ist? Dann ab auf den Sentier du Sel. Zwischen Antagnes und Les Dévens lohnt sich der Abstecher ins riesige unterirdische Labyrinth der besuchbaren Salzminen von Bex (genug Zeit einrechnen).
Südliche Wege von Aigle nach Bex Nr. 1328
Aigle — Le Bévieux • VD

Südliche Wege von Aigle nach Bex

Der Sentier des vignes führt durch die Rebberge des Chablais. Das ist die Region am Genfersee, welche die Zipfel von zwei Ländern und von zwei Kantonen umfasst. Das Chablais nämlich, das sind einerseits die savoyardischen Berge im Süden des Genfersees, dann aber auch das Gebiet um Monthey im Wallis sowie das Gebiet um Aigle und Bex im Kanton Waadt. «Chablais», das ist aber auch die Bezeichnung für einen ganz ausgezeichneten Wein, der in dieser Region gekeltert wird. Der Grund für dessen Qualität sind die an Mineralien reichen Böden. In Yvorne zum Beispiel hat der Bergsturz aus dem Jahr 1584 dem Boden seine besondere Qualität verliehen. Anderswo sind es die Moränen der Gletscher oder die Murgänge aus den Bergen nördlich von Aigle und Bex, und entlang der Talebene ist es das Geschiebe der Rhone. Auch das Klima trägt das Seine zum guten Wein bei. Die Weinberge sind nach Südwest exponiert. Das lässt, auch mithilfe des warmen Föhns, die Trauben ausgezeichnet reifen. Das warme Klima bekommt man auch auf dieser Wanderung zu spüren. Diese Wanderung ist ein Teil des Sentier des vignes. Vom Bahnhof führt der Weg zum Schloss Aigle, dann in den Wald und kreuzt kurz darauf die Schienen, auf denen der Zug nach Les Diablerets hochfährt. Einen Moment folgt er nun dem Sentier de Provence. Und tatsächlich ist es wunderbar mild und warm, wie im Süden. Nicht umsonst wachsen in diesem Wald Föhre, Eibe und Stechpalme. Kurz nach Ollon geht es wieder in den Wald zum Weiler Antagnes und von da weiter über Weinberge an die Gryonne. Ein letzter kurzer Aufstieg führt zu den Salzminen von Bex mit dem riesigen unterirdischen Labyrinth (für einen Besuch genug Zeit einrechnen). Über den Weiler Le Fenalet und die Weinberge bei Le Chêne erreicht man die Bahnstation Le Bévieux. Wer unterwegs einkehren und ein Glas Rot- oder Weisswein, also Pinot Noir oder Chasselas aus der Region, kosten will, kann dies in Aigle, Ollon, Le Bouillet oder in Bex tun.
Zum Caveau du Cloître in Aigle (VD) Nr. 0927
Aigle • VD

Zum Caveau du Cloître in Aigle (VD)

Das Restaurant Caveau du Cloître befindet sich in einem ehemaligen Weinkeller im oberen Teil der Altstadt von Aigle. Sévérine Lecoq, die Gastgeberin, weiss, wie man das Terroir auf die Teller zaubert. Eglifilets, Roastbeef und heisse Schokoladenküchlein warten auf die Geniesser. Auch önologisch ist für Genuss gesorgt. Wir befinden uns schliesslich im Stammland berühmter Tropfen wie «Aigle les Murailles» oder «Petit Vignoble». Auch der spritzige Yvorne wächst an den Sonnenhängen prächtig. Selbstverständlich sind nebst Weinen aus Chasselas-Trauben auch edle Rote wie der «Château Maison Blanche» oder der «Pierre de Lune» ein Thema. Bei schönem Wetter kann man in der Caveau du Cloître draussen im Garten tafeln und den Blick in die Weinberge geniessen. Auf das Thema Wein ist auch unser Wandertipp ausgerichtet, der zwar zum grossen Teil über asphaltierte Wege führt, aber spannende Einblicke in den lokalen Weinbau ermöglicht. Wir starten beim Bahnhof Aigle, durchqueren die Altstadt und folgen nach der Brücke dem Teilstück des «Sentier des vignes» nach Yvorne. Dort lädt die «Maison blanche» zur Degustation ein. Zurück in Aigle ist ein Besuch des Château d’Aigle empfehlenswert: In 17 Sälen wird die Kulturgeschichte des Weins abgehandelt – von den Griechen und Römern bis zur Moderne. Beim Schloss führt der «Sentier des vignes» weiter nach Ollon, zu den Salzminen von Bex und den Thermen von Lavey-les-Bains: 23,7 Kilometer umfasst der Rebwanderweg. Überall warten gemütliche Caves auf degustationsfreudige Besucher, zum Beispiel die «Association viticole», die sich in Ollon beim Dorfbrunnen befindet. Wer schon vorher Hunger hat, schreitet nach dem Museumsbesuch am besten bei Sévérine sofort zu Tisch.

Passende Produkte aus unserem Shop

3317T Les Diablerets

CHF 13.50

272T St-Maurice

CHF 22.50

Tags

Waadt Westschweiz Wanderung Sommer mittel T1

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