Seilbahn- und Schiffwanderungen

Hornfluh-0297

Seilbahn- und Schiffwanderungen

Lust auf Wanderungen mit luftigen Seilbahnfahrten oder bei denen eine Strecke per Schiff zurückgelegt wird? Wir haben eine Auswahl an Seilbahn- und Schiffwanderungen für den Sommer zusammengestellt.

Seilbahnen, Bergwiesen und Flechtenwälder Nr. 2350
Schmiedsboden — Niederrickenbach • NW

Seilbahnen, Bergwiesen und Flechtenwälder

Nidwalden ist ein «Seilbähnli»-Eldorado. Knapp zwei Dutzend öffentlich genutzte Kleinseilbahnen gibt es in diesem Kanton. Oft sind sie für Bergbäuerinnen und -bauern die einzige Möglichkeit, Güter und landwirtschaftliche Produkte auf Höfe oder Alpen zu transportieren. Doch auch Wandernde und Ausflugsgäste nutzen die Kleinseilbahnen gern. Die Wanderung startet mit einer kurzen Fahrt in der Vierer-Luftseilbahn von Oberrickenbach zum Hof Schmiedsboden. Von dort führt der Weg zuerst hoch über Alpwiesen bis in den Haldiwald. Immer leicht ansteigend, geht es weiter bis zu Ober Sack, wo sich ein eindrücklicher Blick über das Engelbergertal bietet. Nun verläuft der Weg auf einem Grat dem Waldrand entlang und steigt zuweilen etwas ruppiger an. Nach 300 Höhenmetern ist bei der Alp Gigi der höchste Punkt der Wanderung erreicht. Hier würde auch ein Weg Richtung Haldigrat abzweigen, von wo eine Sesselbahn bis Alpboden kurz vor Niederrickenbach hinunterfährt. Denn der folgende Abstieg hat es in sich: Steil geht es über wunderbar blühende Bergwiesen bis Wasserboden und von dort auf einem Feldweg bis zur Oberst Hütti, einem Hof. Nach einem weiteren Abstieg zur Mittlist Hütti biegt der Weg ein in den Steinalper Wald. Dieses Waldreservat ist ein Paradies für Flechten – über 150 Arten wurden hier schon nachgewiesen. Wer genau hinschaut, entdeckt auf Schritt und Tritt solche Mischwesen aus Pilz und Alge. Sie dekorieren die Baumstämme und Äste mit aparten Mustern in weissen, grauen, braunen oder gar gelblichen Farbtönen. Das Waldstück endet auf dem Alpboden, der Talstation der Haldigrat-Sesselbahn. Von hier aus führt ein asphaltierter Weg flach über Weiden, auf denen einige mächtige Ahornbäume dem Vieh im Sommer Schatten spenden. In Niederrickenbach wartet die Wallfahrtskirche – und gleich dahinter das Pilgerhaus mit seinem empfehlenswerten Kuchenbuffet.
Auf dem Leiterliweg bis Niderbauen Chulm Nr. 2272
Seelisberg, Geissweg — Niederbauen • UR

Auf dem Leiterliweg bis Niderbauen Chulm

Welches ist der schönste Aussichtspunkt am Vierwaldstättersee? Der Pilatus mag zwar der höchste sein, und die Rigi der am meisten besuchte. Aber auch der Niderbauen Chulm hat einige Trümpfe im Ärmel, die ihn zu einem Topanwärter machen. Denn hier oben reicht der Blick vom gebirgigen Ende des Sees bei Flüelen bis zu seinem anderen Ende bei Luzern. Zudem geht es viel ruhiger zu und her als auf seinen beiden illustren Nachbarn. Der Aufstieg von der Urner Seite her, von Seelisberg, ist mit 1200 Metern kein Pappenstiel. Wer will, stärkt sich vorher noch mit einem Kaffee beim Naturcamping Seelisberg am verträumten Badesee unweit der offiziellen Routenführung. Eine zweite Pause bietet sich beim Schlösschen Beroldingen an, dem einstigen Landsitz eines Urner Adelsgeschlechts. Beim Alpbeizli Weid auf knapp 1300 Metern hat man bereits knapp die Hälfte des Aufstiegs geschafft und kann auf der Terrasse wunderbar die Aussicht bestaunen. Ein weiteres, flacheres Gelände folgt bei der Alp Lauweli. Danach wird es herausfordernd –auch für geübte Berggängerinnen und Berggänger, aber zugleich ist esder spannendste Abschnitt. Nach der Durchquerung einer Geröllhalde und einigen steilen Spitzkehren ist etwas Kraxeln angesagt – Treppen und Ketten helfen über den Felssims. Der Höhepunkt ist eine etwa zehn Meter lange Leiter, die in einem geneigten Schacht im Berginnern in die Höhe führt. Dann sind nochmals etwa zwei Dutzend Spitzkehren zu meistern, und man steht auf dem Pässchen zwischen Gütsch und Niderbauen Chulm. Nur noch einige wenige Minuten, und man ist auf dem Gipfel. Nach dem steilen Aufstieg endet die Wanderung sanft und leicht. Bei der Alp Tritt kann man im Sommer nochmals einkehren und Alpkäse kaufen, kurz danach den startenden Gleitschirmpiloten zuschauen und schliesslich beim Berggasthaus Niederbauen auf die Luftseilbahn ins Tal warten.
Anspruchsvoll unterwegs am Hoch Fulen Nr. 2173
Kilcherberg — Haldi • UR

Anspruchsvoll unterwegs am Hoch Fulen

Zwischen dem Schächental mit seinen sonnenverwöhnten, sanften Hängen und dem engeren und wilderen Maderanertal liegt eine Bergwelt, die von beiden Tälern etwas geerbt hat. Einerseits steile Grashalden, zerfressener Kalkuntergrund und Steine, die immer wieder von jäh aufsteigenden Wänden herabdonnern. Andererseits sattgrüne Wiesen, über die das Bimmeln von Kuhglocken streicht, oder ein glitzernder See. Die Wanderung von Kilcherberg ob Silenen nach Haldi ob Schattdorf muss aber doch verdient werden. Es wäre nicht das Urnerland, ginge es anfänglich nicht gleich zünftig in die Höhe; gut 900 Höhenmeter sind es von der Bergstation der Luftseilbahn Chilcherberge zur Alp beim funkelnden Seewli. Zu Beginn des Aufstieges durchquert man prächtige Wiesen – im Bergfrühling sind dies blühende Monet-Gemälde und zirpende Naturkonzerte in einem. Die ganze Wanderung ist mit fast sieben Stunden recht lang, und mit der sympathischen kleinen Seewlialp lässt sich die Strecke bequem in zwei Etappen teilen – so lässt sich am Abend der Sonnenuntergang über dem Spannort- und Krönten-Massiv in aller Ruhe vom Bänkli vor dem Alphäuschen aus geniessen. Hoch oben, zwischen dem Stich und dem Bälmeter Grätli, liegt das wildeste Gebiet, mit einem karstig zerfressenen Untergrund, in dem der Kalk von engen Spalten und spitzen Graten durchzogen ist: Konzentriertes Wandern ist angesagt. Hie und da sollte man aber stillstehen, denn in den Hängen sind oft Gämsrudel und Steinwild auszumachen. Der Abstieg vom Bälmeter Grätli zur Bergstation Haldi überwindet mehr als 1000 Meter – gut, gibt es auf der Strecke zwei Alpbeizli, in denen man sich stärken kann. Das letzte Stück führt dann über weite, saftige Wiesen und Weiden.

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