Im Mittelalter liessen Adlige Wald roden und schufen Herrschaften. Noch heute dienen viele dem Weinbau, zum Beispiel das Château Le Rosey in Bursins.
Zur Reportage und zum Wandervorschlag
Wanderreportagen
Wo der Wein um Schlösser rankt
Der Waadtländer Weinberg La Côte strotzt vor Schlössern und Herrschaftshäusern. Auf Spurensuche zwischen Rolle und Prangins – zusammen mit einem Historiker, einem Politiker und einem Schlossherrn.
Nr. 2354
Rolle
— Prangins, Musée national
• VD
Von Schloss zu Schloss im Rebberg von La Côte
Schon die Römer haben entlang der Moräne, die der Rhonegletscher entlang des Genfersees formte, Wein angebaut. Vom Schloss Rolle führt der Weg den Hang hinauf in das rund 2000 Hektaren grosse Weinbaugebiet La Côte, eines der grössten der Schweiz. Bis Bugnaux, dem Kulminationspunkt der Wanderung, geht es vorbei an den Schlössern Le Rosey und Chatagneréaz. Wie in den Waadtländer Rebbergen üblich, verläuft der Weg meist auf asphaltierten Wegen. Die Sicht auf die Reben, den Genfersee und die Savoyer Alpen mit dem Mont Blanc entschädigt die Wandernden für diese Mühsal.
Am Château de Vincy vorbei führt der Weg über Gilly nach Bursins, der Heimat von Bundesrat Guy Parmelin. Sein Dorf zählt neben zwei Schlössern auch zwei typische Landbeizen, die zu einem Glas Chasselas einladen. Weiter geht es durch die Reben Richtung Westen an den zwei Schlössern in Vinzel vorbei nach Luins. Ein Abstecher hinter die strassenseitige Mauer des Schlosses lohnt sich, vor allem, wenn der Degustationsraum geöffnet hat.
Nun führt der Weg leicht bergauf Richtung Begnins, dem Dorf mit der grössten Schlossdichte. Am besten zu sehen ist vom Weg aus das Manoir de Cottens, während vom Château de Menthon und vom Château de Martheray nur die Rückseite oder die Aussenmauer sichtbar sind. Einzig von Le Manoir im Dorfkern ist die repräsentative Fassade von der Strasse aus zu sehen.
Von Begnins führt der Weg hinunter zum Bach La Serine. Fortan geht es auf Naturwegen im Schutz schmaler Waldstreifen vorwärts. Während des Zweiten Weltkriegs baute die Armee hier eine Verteidigungslinie. Die Tobleronezacken aus Beton sowie ein entsprechender Lehrpfad säumen den Weg zum Genfersee. Linkerhand befindet sich auf dem Gelände der Villen von Napoleons Nachkommen ein Golfplatz. Nach einer kurzen Einkehr im Strandbistro von Promenthoux geht es das letzte Stück hoch zur welschen Dépendance des Nationalmuseums im Schloss Prangins.