Fast wie eine Kunstinstallation: zerfressenes Gestein auf der Fallerfurgga.
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Faszinierende Steinwelt
Die Grundlage jeder Bergwanderung ist …? Natürlich das Gestein unter den Füssen! Und einer der spannendsten Orte der Schweiz, um die Vielfalt an Gesteinen zu entdecken, findet sich auf einem wenig bekannten Pass zwischen dem Avers GR und dem Oberhalbstein.
Nr. 2360
Avers, Juf
— Mulegns
• GR
Steinreiche Wanderung über die Fallerfurgga
Die Schweizer Alpen sind ein vergleichsweise junges Gebirge und ein überaus komplexes Gebilde aus Gesteinen verschiedener Herkunft. Im Laufe der Zeit wurden die Gesteine verfaltet, zerschert und vielerorts wie in einem Ofen verflüssigt und umgeformt. Einer der spannendsten Orte, diese Vielfalt an Gesteinen und Strukturen zu sehen, ist die Fallerfurgga zwischen Juf und Bivio im südwestlichen Graubünden.
Vom Startpunkt Juf geht es anfänglich durch weite Wiesen und Weiden hoch zum Stallerberg-Pass. Auf dem weiteren Anstieg an den pittoresken Flüeseen vorbei hoch zur Fallerfurgga wird die Vegetation immer spärlicher, und die ganze Gesteinsvielfalt liegt einem nun zu Füssen. Das Gebiet des Mazzaspitzes linkerhand besteht vor allem aus Serpentinit, Kalk, Tonschiefer und Metabasalt. Der Piz Surpare auf der rechten Seite ist noch vielfältiger: Hier findet man Metarhyolithe, Radiolarite, Dolomite, Tonschiefer, Phyllite und Serpentinite. Stundenlang könnte man hier eine Sammlung von Steinen mit den schönsten Farben, eigentümlichsten Formen und rätselhaftesten Strukturen zusammenstellen.
Vom Pass geht es über grobes, aber unschwieriges Geröll hinab durch das lang gezogene Val Bercla. Wer ein ruhiges und idyllisches Plätzchen für eine längere Pause sucht, kann – falls der Bach nicht zu viel Wasser führt – auf 2500 Metern links abzweigen und erreicht über einfaches und wegloses Gelände den Lai Neir. Nach etwa 900 Metern Abstieg von der Fallerfurgga erreicht man Faller, mit ebenen, saftig grünen Wiesen und dem kleinen Weiler Tga. Schliesslich steigt man auf Wanderwegen und Waldstrassen durch das Val da Faller hinab zur Postautostation in Mulegns.