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Wanderreportagen
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In der Welt des Eugène Burnand

Eugène Burnand ist der einzige welsche Maler, dem ein eigenes Museum gewidmet ist. Beim Wandern durch den Jorat auf den Spuren des Waadtländer Künstlers fällt es manchmal schwer, zwischen seinen Werken und der realen Natur zu unterscheiden.
04.09.2026 • Text: Patricia Michaud
Das Musée Eugène Burnand in Moudon. © Rémy Kappeler
Auf den Spuren eines bekannten Waadtländer Malers
Mézières VD, village — Moudon • VD

Auf den Spuren eines bekannten Waadtländer Malers

Eugène Burnand ist einer der wenigen Schweizer Künstler, die schon zu Lebzeiten Erfolg hatten und von ihren Werken leben konnten. Er war weitherum bekannt in Europa, wohnte zeitweise in Versailles, Florenz, Montpellier und Paris, wo er 1921 starb. Begraben wurde er aber in Vulliens im Jorat, diese Wanderung führt an seinem Grab vorbei. Burnands Schweizer Spuren ziehen sich durch eine Landschaft mit stattlichen Bauernhöfen, aus Stein gebaut und heute meist gut erhalten, grossen Ställen und weiten Feldern und – im Herbst – riesigen Haufen von Zuckerrüben. Orte, die Burnand schon im 20. Jahrhundert in realistischem Stil malte – inklusive der Menschen, die hier mit einfachen Mitteln schufteten. Heute tun sie es mit Maschinen, so sind viele Wege dieser Wanderung asphaltiert. Doch das tut der kulturellen Tour keinen Abbruch – im Gegenteil, sie ist auch bei nassem Wetter gut machbar. Man startet im waadtländischen Mézières, überquert den Carrouge und wandert auf die Anhöhe, von wo aus man die Hügelzüge gut sehen kann. Nach Vulliens erreicht man Seppey. In einem hiesigen Schloss hatte Burnand während des Ersten Weltkriegs gelebt und gearbeitet. Entstanden ist hier auch eines seiner Hauptwerke: «Labour dans le Jorat». Es zeigt zwei Männer mit Pflug, der von zwei Kühen und einem Pferd gezogen wird. Rechts im Bild ist das Dörfchen Syens erkennbar. Bald ist die Broye erreicht, entlang welcher man schliesslich nach Moudon gelangt. In dessen Oberstadt ist dem grossen Maler eigens ein Museum gewidmet, das aber nicht täglich offen hat.

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Es herrscht ideales Wanderwetter, weder zu heiss noch zu kalt, mit einem schönen Licht, das sich über das zarte Grün des Grases ergiesst und der braunen Erde einen karamellfarbenen Glanz verleiht. Dicke Schäfchenwolken ziehen über den Himmel, und auf dem Acker vor uns stemmen sich zwei Ochsen und ein Pferd in ihr Geschirr, dirigiert von zwei Bauern in Arbeitskleidung. Weiter schweift der Blick auf das Dörfchen Syens und die bewaldeten Ausläufer des Juras im Hintergrund.

Der Anblick lässt einen glauben, man befinde sich inmitten der Waadtländer Natur, auf dem Wanderweg zwischen den Broyetaler Gemeinden Mézières und Moudon. Ein Detail passt allerdings nicht so recht ins Bild: Statt mithilfe eines Traktors wird der Boden mit einem Pflug bearbeitet, der aus einer anderen Zeit zu stammen scheint – was auch tatsächlich der Fall ist: Das Monumentalgemälde «Labour dans le Jorat» («Pflügen im Jorat»), vor dem wir stehen, entstand vor über 100 Jahren, genau gesagt 1916.

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