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Praktisch

8 Tagesrucksäcke im Praxistest

Ein leichter Wanderrucksack ist mehr als nur ein Packsack mit Trägern. Er ist im Idealfall Lastenträger, Klimamanager und Organisationshelfer in einem. Ob und wie die aktuellen Modelle diese Aufgaben erfüllen, hat DAS WANDERN getestet.
10.04.2026 • Text: Jürg Buschor / Outdoor Content Hub
Passen Rückenlänge und Tragsystem gut, vergessen die Trägerinnen den Rucksack.

Bei Rucksäcken betrifft die Basis jedes guten Kaufentscheids das Tragesystem. Dies verbunden mit der Frage, ob die Ergonomie zur menschlichen Anatomie passt. Und das ist zuerst eine sehr persönliche Angelegenheit. Wenig überraschend – nicht jeder Rucksack passt auch auf jeden Rücken.

Bei der Auswahl sollte man nicht den Fehler machen, von der Kleidergrösse auf die Rückenlänge zu schliessen. Diese sollte nicht geschätzt, sondern gemessen werden: Sie reicht vom siebten Halswirbel bis zum Beckenkamm. Denn nur wenn der Hüftgurt korrekt oberhalb des Beckenkamms ansetzt, kann er die Hauptlast aufnehmen. Und das ist das Ziel – der Grossteil des Gewichts soll auf der Hüfte lasten, nicht auf den Schultern, weil dort das Gewebe wesentlich schmerzempfindlicher ist.

Mit System tragen

Mittlerweile bieten die meisten Hersteller bei ihren Bestsellerprodukten verschiedene Rückenlängen zur Auswahl an. Aber nur wenige verpassen ihren kompakten Wanderrucksäcken einen verstellbaren Rücken. Eine Ausnahme im Test ist der Stratos 24 von Osprey, der mit einer sehr cleveren und einfach bedienbaren Lösung aufwartet, um den Netzrücken in vier Positionen zu fixieren.

Für eine effektive Lastübertragung sind ausserdem Form und Ausgestaltung der Träger und der Hüftflossen verantwortlich. Die verwendeten Polstermaterialien sollen dabei weder zu fest noch zu weich sein. Und je breiter sie ausgestaltet sind, desto besser funktioniert in der Regel die Lastverteilung.

Meist sehr breit, dafür nur wenig gepolstert, sind die Tragsysteme, die an Laufwesten erinnern. Sie finden immer häufiger auch bei besonders leichten Wanderrucksäcken Anwendung. Ein Vertreter dieser Kategorie ist der getestete Rab Nitron 25. Ob und wie die Lastübertragung wie gewünscht funktioniert, findet man am einfachsten bei einer Anprobe im Fachgeschäft heraus. Am besten bepackt man dabei den Rucksack in etwa mit dem Gewicht, mit dem man später auch auf Tour unterwegs sein wird.

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Passen Rückenlänge und Tragsystem gut, vergessen die Trägerinnen den Rucksack – die Wanderung spielt die Hauptrolle. © SWW

Frei atmend oder nah dran

Gerade bei sommerlichen Tagestouren wird die Rückenbelüftung zum Entscheidungskriterium. Zwei Konstruktionstypen dominieren den Markt: Netz- und Kontaktrücken. Beide weisen Vor- und Nachteile auf. Bei Netzrückensystemen ist ein Mesh-Gewebe über einen Rahmen gespannt. Zwischen Rücken und Packsack entsteht ein Luftkanal, durch den Feuchtigkeit besser verdunsten kann. Nachteile dieser Lösung sind, dass die Last nicht körpernah getragen wird und dass durch die Vorbiegung etwas Packvolumen verloren geht. In unserem Test fallen die Modelle der Hersteller Vaude, Mammut, Osprey sowie Tatonka in diese Kategorie.

Kontaktrücken liegen näher am Körper an. Sie sorgen für bessere Laststabilität, was sich vor allem in technischem oder alpinem Gelände mit mehr Trittsicherheit bezahlt macht. Nachteilig ist, dass sie weniger Luftzirkulation bieten – verschwitzte Rücken sind die logische Konsequenz. Dem versuchen die Hersteller mit perforierten Schaumstoffen, 3D-Strickkonstruktionen oder Luftkanälen entgegenzuwirken. Von den getesteten Rucksäcken verfügen die Modelle von Dynafit, Exped, Rab und Deuter über einen Kontaktrücken.

«Bei sommerlichen Tagestouren wird die Rückenbelüftung zum Entscheidungskriterium.»

Muss Ordnung sein?

Die Frage, wie viel Ordnung es im Rucksack braucht, ist sehr individuell zu beantworten. Die einen mögen es möglichst simpel und sparen so Gewicht, andere wiederum bevorzugen Fächer, bei denen jedes Ding seinen festen Platz hat. In unserem Test reicht das Angebot von «sehr üppig und detailreich», beispielsweise beim Modell Stratos 24 von Osprey, bis zu «spartanisch und einfach», wie beim Dynafit Transalper 24 oder Rab Nitron 25. Der üppig ausgestattete Wanderrucksack von Osprey wiegt mehr als doppelt so viel wie der auf Leichtgewicht getrimmte Rucksack von Rab.

Nicht ganz dicht

In der Produktkategorie der leichten Wanderrucksäcke sind komplett dichte Produkte aus Gewichts- und Kostengründen die absolute Ausnahme. Die meisten Hersteller setzen stattdessen auf wasserabweisende Materialien, manche liefern den Rucksack mit integrierter Regenhülle aus. Immer öfter ist diese allerdings als bezahltes Zubehör gelistet.

Grundsätzlich kann – bei vergleichbarem Rucksackvolumen – auch die Regenhülle des alten Rucksacks weiterverwendet werden. Der Vorteil einer abnehmbaren Regenhülle ist, dass man sie auch daheim lassen kann, wenn eine stabile Wetterlage herrscht.

Immer wichtiger: Nachhaltigkeit

Ab Oktober 2026 ist die Verwendung von PFC-haltigen Imprägnierungen und Materialien in der Europäischen Union per Gesetz verboten. Die Outdoorindustrie hat vorausschauend schon jetzt auf nachhaltige Alternativen umgestellt. Aber auch die Verwendung von rezyklierten Materialien, transparente Lieferketten und faire Arbeitsbedingungen an den Produktionsstandorten gewinnen stetig an Bedeutung und stellen mittlerweile einen Branchenstandard dar.

Einige Marken bieten Reparaturservices oder Ersatzteile für ihre Produkte an – eine defekte Steckschnalle ist längst kein Grund, nach Ersatz Ausschau zu halten. Denn klar ist: Die umweltfreundlichste Lösung ist das Produkt, das am längsten im Einsatz bleibt.


8 Rucksäcke im Praxistest

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Osprey Stratos 24: Üppig ausgestattet

  • Volumen: 28,5 Liter
  • Gewicht: 1350 Gramm 
  • Herstellungsland: Vietnam
  • Preis: 195 Franken
Bewertung
  • Tragekomfort: 10
  • Bedienkomfort: 8
  • Belüftung: 9
  • Robustheit: 8
  • Gewicht: 4
Beurteilung 

Ein Wanderrucksack, der grössere Lasten hervorragend auf Hüfte und Schultern überträgt. Aufgefallen ist dem Tester Michael Roschi die clevere Lösung zur Verstellung der Rückenlänge in vier Positionen. «Die Organisation ist üppig und schlägt entsprechend auf das Gesamtgewicht», sagt er. Zwei Reissverschlussfächer, ein vertikales grosses Reissverschlussfach entlang des Rückens, ein Fach zur Unterbringung der inkludierten Regenschutzhülle, zwei Netzfächer an den Seiten. An beiden Hüftflossen gibt es grosszügige Staufächer. Was Michael weniger gefällt: «Durch die Netzvorbiegung geht Packvolumen verloren.»

osprey.com


1

Deuter Speed Lite Pro 25: Aufs Nötige konzentriert

  • Volumen: 27,1 Liter
  • Gewicht: 710 Gramm 
  • Herstellungsland: Vietnam
  • Preis: 140 Franken
Bewertung
  • Tragekomfort: 8
  • Bedienkomfort: 8
  • Belüftung: 7
  • Robustheit: 6
  • Gewicht: 9
Beurteilung

Ein auf Leichtgewicht getrimmter Rucksack mit einem Kontaktrücken. «Dank perforierter Schaumstoffe und Lüftungskanälen kann trotzdem ein Teil der Schwitzfeuchtigkeit entweichen», bilanziert Evelyne Zaugg. Sowohl den Hüftflossen als auch den Trägern sind Taschen aufgesetzt, in die Kleinigkeiten untergebracht werden können. Der Tragekomfort ist gut, solange der Rucksackinhalt nicht zu kantig und sperrig ist und die Last nicht allzu schwer. Evelyne schätzte die Erklärvideos zu den Funktionen auf der Website von Deuter.

deuter.com

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DAS WANDERN 2/2026

Aktuelle Ausgabe


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Mammut Ducan 22: Sinnvolle Details

  • Tragekomfort: 9
  • Bedienkomfort: 7
  • Belüftung: 9
  • Robustheit: 7
  • Gewicht: 7
Bewertung

  • Tragekomfort: 9
  • Bedienkomfort: 7
  • Belüftung: 9
  • Robustheit: 7
  • Gewicht: 7
Beurteilung

Der leichte Mammut Ducan 26 überzeugt mit einer Ausstattung mit vielen sinnvollen Detaillösungen und sehr gutem Tragekomfort. Gefallen hat Manon Jakob das voluminöse Netzfach auf der Hüftflosse, in dem selbst die grössten Mobiltelefone Platz finden. Ebenfalls sehr praktisch ist das grosse Netzfach auf dem Rücken, in das die Jacke bei Nichtgebrauch eingesteckt werden kann. Das Tragesystem gewährleistet eine gute Lastübertragung. «Mir gefielen die Fixiermöglichkeit für die Trekkingstöcke und die integrierte Regenhülle», sagt Manon.

mammut.com


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Vaude Agile Air 26: Robust und gut gepolstert

  • Volumen: 27,1 Liter
  • Gewicht: 990 Gramm
  • Herstellungsland: Vietnam
  • Preis: 95 Franken

Bewertung

  • Tragekomfort: 8
  • Bedienkomfort: 8
  • Belüftung: 9
  • Robustheit: 8
  • Gewicht: 7
Beurteilung

Der robuste Agile Air kommt mit Netzrücken mit starker Vorspannung, was der Rückenbelüftung zugutekommt, aber die Möglichkeit des Bepackens trotzdem nicht einschränkt. «Die breiten und gut gepolsterten Träger sowie Hüftgurte gewährleisten einen hohen Tragekomfort», erklärt Tester Andreas Wipf. Zwei seitliche Einschubfächer – einmal mit Netz, einmal mit Reissverschluss – dienen zur Unterbringung von Trinkflasche oder kleineren Dingen. «Ist das Hauptfach voll bepackt, bleibt allerdings kaum mehr Packvolumen übrig», hat Andreas festgestellt. Eine an der Hüftflosse aufgesetzte Tasche hätte hier geholfen.

vaude.com


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Exped Skyline 20: Praktisch und grosszügig

  • Volumen: 24,3 Liter
  • Gewicht: 880 Gramm
  • Herstellungsland: Vietnam
  • Preis: 140 Franken

Bewertung

  • Tragekomfort: 8
  • Bedienkomfort: 8
  • Belüftung: 6
  • Robustheit: 6
  • Gewicht: 7
Beurteilung

Positiv: Den Skyline gibt es mit drei Rückenlängen. Die Last wird körpernah getragen und über die fein gepolsterten Hüftgurte und Schulterträger gut übertragen. Dank perforierter Schaumstoffe und Kanäle kann der Schweiss ordentlich entweichen. Testerin Patricia Cornali gefällt ein kleines, aber feines Detail: Die Bänder sind aufroll- und mit Klett fixierbar – so flattert nichts herum, nachdem die Länge einmal individuell abgestimmt ist. «Auch an praktischen Fächern mangelt es nicht», bilanziert Patricia. Der lange seitliche Reissverschluss erleichtert den Zugriff auf den Rucksackinhalt. Praktisch ist die integrierte Regenhülle.

exped.com


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Dynafit Transalper 24: Reduziert, aber clever

  • Volumen: 20 Liter
  • Gewicht: 650 Gramm
  • Herstellungsland: Vietnam
  • Preis: 140 Franken

Bewertung

  • Tragekomfort: 8
  • Bedienkomfort: 8
  • Belüftung: 5
  • Robustheit: 8
  • Gewicht: 9
Beurteilung

Der Transalper ist ein sehr reduzierter, gewichtsoptimierter Wanderrucksack – das gefällt Tester Thomas Gloor. Die breiten Träger mit gestanztem Schaumstoff in Kombination mit den zweigeteilten Hüftflossen lassen den Rucksack eng am Rücken anliegen, was einen guten Tragekomfort gewährleistet. «Die kleindimensionierten Steckschnallen sind etwas fummelig zu bedienen», meint Thomas. Simpel und funktional gelöst ist die Fixiermöglichkeit für Trekkingstöcke. Zwei relativ kleine Seiteneinschubfächer bieten Platz für Trinkflaschen. Das Handy kann in ein Fach am Rücken geschoben werden.

dynafit.com


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Rab Nitron 25: Auf leicht getrimmt

  • Volumen: 30 Liter
  • Gewicht: 610 Gramm
  • Herstellungsland: China
  • Preis: 125 Franken

Bewertung

  • Tragekomfort: 7
  • Bedienkomfort: 8
  • Belüftung: 6
  • Robustheit: 5
  • Gewicht: 10
Beurteilung

Das Leichtgewicht im Test. Das Tragesystem ist angelehnt an die Westen, wie man sie vom Trailrunning her kennt. «Die Last wird sehr körpernah und entsprechend stabil getragen, das ist sehr angenehm», meint Testerin Angelika Imhof. Richtiges Packen ist wichtig, insbesondere bei sperrigen oder gar spitzen Gegenständen. Besonders geschätzt hat Angelika die zwei Netzeinschubfächer für kleine Dinge an den Trägern sowie die grosszügigen Verstaumöglichkeiten an den beiden Hüftflossen.

rab.com


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Tatonka Hike Pack 27: Ohne Überflüssiges

  • Volumen: 21,5 Liter
  • Gewicht: 1120 Gramm
  • Herstellungsland: Vietnam
  • Preis: 159 Franken

Bewertung

  • Tragekomfort: 9
  • Bedienkomfort: 7
  • Belüftung: 8
  • Robustheit: 6
  • Gewicht: 4
Beurteilung

Der Tatonka Hike Pack 27 ist ein funktionaler Wanderrucksack mit klarer Organisation. «Die verwendeten Materialien und die Verarbeitung sind robust und entsprechend schwer», sagt Rémy Kappeler. Das Tragesystem gewährleistet eine gute Lastverteilung und sehr gute Rückenbelüftung. Punkto Zugriff und Organisation hat das Design Rémy überzeugt. «Wer einen vielseitigen Rucksack sucht – der auch für gelegentliche alpine Einsätze geeignet ist –, erhält mit dem Hike Pack ein zweckmässig aufgebautes Modell ohne überflüssige Ausstattung.»

tatonka.com


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